Wenn Wälder Geschichten flüstern – Die Rettung der „Waldgeister“
Manchmal braucht Kunst einen zweiten Anlauf, um ihre wahre Seele zu offenbaren. Die Geschichte dieses Bildes beginnt in der Galerie ARTmen in Abbenrode, im Landkreis Wolfenbüttel. Dort lernte ich die Arbeit einer Gruppe von Fotokünstlern kennen (Die Licht-Bildner) – Angelika Souluk, Matthias Grimm, Friedrich Brüggeboss und Hans-Joachim (Hanjo) Biehs. Sie fangen die melancholische Schönheit von Lost Places in unserer Region ein.

Hanjo Biehs überließ mir eine seiner Fotoleinwände: eine herbstliche Waldszene aus dem Woltorfer Forst. Eigentlich wollte er das Werk vernichten, doch ich sah etwas darin, das noch nicht erzählt war. Mit seiner ausdrücklichen Zustimmung als Urheber begann für mich eine Reise des Suchens.
Der Moment des Flows Es dauerte Tage, bis ich den Zugang fand. Doch dann, beeinflusst von den Eindrücken einer Reise durch Süd-England und dem Besuch der Burgruine „Bodiam Castle“ in Kent, war die Idee plötzlich da. Ich wollte die Geister der Vergangenheit sichtbar machen.
Ein kleiner Impuls für euch: Schaut euch das Bild einen Moment an und stellt euch diesen Waldweg einmal ganz ohne den Hirschen und das Mädchen vor. Seht ihr die Stille des leeren Pfades? Genau so sah das Originalfoto aus, bevor die Geschichte in meinem Kopf begann.
Die Umsetzung Ich wollte zeigen, was früher dort gewesen sein könnte. Ich habe diese Begegnung schemenhaft in Weiß in die Fotografie hineingemalt – wie flüchtige Erinnerungen, die verblassen, aber dennoch präsent sind. Einzig zwei kleine Farbtupfer in dezentem Quinacridon Magenta setzen Akzente: ein Schmetterling auf der Hand des Mädchens und die Schleife an ihrem Kleid. Es ist eine Hommage an die Zeit, als die Wälder noch unberührte Urwälder waren.

Als Hanjo Biehs das fertige Werk sah, sagte er einen Satz, der mir bis heute im Gedächtnis geblieben ist: „So könnte es gewesen sein.“
Ein ungeschliffener Diamant Obwohl das Bild bereits 2019 fertiggestellt wurde, hat es bisher noch keine Ausstellungshalle von innen gesehen. Als Quereinsteiger ohne großen Namen ist es oft schwer, Gehör zu finden, da die Maßstäbe der Kunstwelt oft starr und schwer nachvollziehbar wirken. Doch dieses Bild wartet geduldig auf seinen Moment.
💡 Mein Fazit
Kunst sollte nicht an Titeln oder Lebensläufen gemessen werden, sondern an der Geschichte, die sie erzählt, und dem Gefühl, das sie auslöst. Die „Waldgeister“ sind für mich der Beweis, dass Upcycling mehr ist als nur Wiederverwertung – es ist die Rettung einer Seele. Es zeigt, dass Kooperation zwischen Künstlern (Fotografie trifft Malerei) etwas völlig Neues erschaffen kann, das stärker ist als das Original allein.
Wichtiger Hinweis: Dieses Werk ist ein Unikat. Ein Versand ist nicht möglich – nur Abholung oder persönliche Lieferung durch mich.