Silent Roar – Wenn das Schweigen der Depression eine Stimme findet
Es gibt Momente im Leben, da fehlen die Worte. Wenn die Dunkelheit der Depression so schwer wiegt, dass jedes gesprochene Wort im Hals stecken bleibt. „Silent Roar“ entstand im Jahr 2023, genau an der Schwelle: Die Welt erwachte langsam aus der Covid-Pandemie, und ich stand kurz vor dem Abschluss meiner Behandlung.

Am Abgrund, aber nicht allein
Das Motiv zeigt einen Jungen, der mit baumelnden Beinen über einem Abgrund sitzt. In jener Zeit war ich dieser Junge. Gefangen in einer Krankheit, die sich anfühlte, als ginge es nicht voran, sondern stetig abwärts in die Tiefe.
Doch hinter mir, im Schatten des Abgrunds, sitzt der Wächter. In meiner Gedankenwelt hat dieser Panther eine Doppelbedeutung:
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Mein Seelentier: Die unsichtbare Kraft, die immer an meiner Seite war.
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Meine Frau: Sie war meine „Löwenmutter“. Sie stand hinter mir, als ich nicht wusste, wie es weitergeht. Sie führte mich, wenn die Depression mich im Griff hatte, und passte auf mich auf, bis ich meine eigene Sprache wiederfand.
Die Rückkehr der Farben und des Lichts
Durch die Malerei konnte ich mich mitteilen, als Reden nicht mehr möglich war. Ich habe mich Schicht für Schicht zurück in eine Welt voller Farben und Licht gekämpft. „Silent Roar“ ist das Zeugnis dieses Sieges. Auch wenn die Dunkelheit manchmal noch kurz aufblitzt, um mich zur Achtsamkeit zu mahnen – sie beherrscht mich nicht mehr.
Technische Umsetzung & Hilfsmittel
Um die Stille und die Tiefe des Abgrunds einzufangen, habe ich mich auf das Wesentliche konzentriert:
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Format: 40×50 cm (Querformat) auf hochwertiger Winsor & Newton Leinwand.
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Farben: Mars Black und Titanium White (Winsor & Newton).
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Besonderheit: Der Einsatz von Matt Medium war entscheidend, um die sanften Verblendungen im Hintergrund und die Tiefe des Abgrunds fließend und ruhig zu gestalten.
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Werkzeuge: Mittlerer Flachpinsel für die Verläufe, kleine Katzenzunge (Filbert) für die Silhouetten und ein feiner Long Liner für die präzisen Konturen. Ein kleiner Borsten-Rundpinsel gab dem Felsrand seine Struktur.
Mein Fazit & künstlerische Einordnung
„Silent Roar“ ist für mich weit mehr als ein Spiel mit Kontrasten; es ist die visuelle Bewältigung einer Grenzerfahrung. Künstlerisch besticht das Werk durch seine bewusste Reduktion. Der Verzicht auf Farbe lenkt den Blick unmittelbar auf die existenzielle Spannung zwischen der Zerbrechlichkeit des Jungen und der schützenden Präsenz des Panthers.
Die Komposition nutzt das Licht im Hintergrund nicht nur als gestalterisches Element, sondern als Symbol für die Hoffnung, die jenseits des Abgrunds wartet. Es zeigt, dass wahre Stärke oft in den leisen, fast unsichtbaren Details liegt – ein stilles Gebrüll, das keine Lautstärke braucht, um gehört zu werden. Dieses Bild bleibt für mich unverkäuflich, da es ein tiefes Stück meines eigenen Wesens verkörpert.
Ein Gedanke für euch: Vielleicht kennt ihr selbst Momente, in denen die Welt grau erscheint und die Worte fehlen. Ich hoffe, dieses Bild zeigt euch, dass man auch am Rand des Abgrunds nicht allein sein muss und dass es sich lohnt, Schritt für Schritt zurück ins Licht zu finden. Danke, dass ihr mich auf diesem Teil meiner Reise begleitet.
Details zum Werk:
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Titel: Silent Roar (Stilles Gebrüll)
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Entstehungsjahr: 2023
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Status: Privatbesitz / Unverkäuflich
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Hinweis für Sammler: Aufgrund der persönlichen Bedeutung bleibt dieses Werk Teil meiner privaten Sammlung im Atelier.








