Das Fenster zur Werkstatt

Das Fenster zur Werkstatt – Ein letzter Blick zurück

Fotokunst-Unikat von Carsten Gebhardt: Ein gemalter schwarzer Fensterrahmen mit realistischen Wassertropfen über einer Fotografie eines Lost-Place-Graffitis in den Noltemeyer Werken.

Status: Unveröffentlichtes Unikat (Erstveröffentlichung)
Basis: Fotografie von Friedrich Brüggebosse (Die Licht-Bildner)
Entstehungsjahr: November 2019

Der Ort des Geschehens

Wir befinden uns erneut auf dem Gelände der ehemaligen „Noltemeyer Werke“ in Braunschweig. Während „Der Geist“ im Keller sein Unwesen trieb, entstand die Basis für dieses Bild in einer anderen, verlassenen Halle des Areals. Auch hier gelang es Friedrich Brüggeboss, kurz vor dem Abriss der Gebäude (2018/2019) den Zerfall und die hinterlassenen Spuren der Street-Art-Künstler festzuhalten. Heute stehen dort Wohnungen („Noltemeyer Höfe“). Der Blick, den dieses Bild festhält, existiert in der Realität nicht mehr. Er ist, wie das Mauerwerk selbst, Geschichte.

Kino im Kopf: Die Inspiration

Auch dieses Foto war ursprünglich zur Entsorgung bestimmt. Als ich das unveränderte Bild vor mir sah – den gekachelten Raum, das mysteriöse Graffiti, das wie eine Figur mit Gasmaske wirkt – schaltete sich mein „Kopfkino“ ein. Plötzlich war da eine Assoziation zu Alfred Hitchcocks Klassiker „Das Fenster zum Hof“. Ich fühlte mich wie ein heimlicher Beobachter, der noch ein aller letztes Mal in diese Werkstatt hineinschaut, bevor sie für immer verschwindet. Genau dieses Gefühl wollte ich festhalten.

Die unveränderte Fotografie auf der Staffelei: Ein gekachelter Raum in den Noltemeyer Werken mit einem Graffiti-Portrait, aufgenommen von Friedrich Brüggeboss. 

Die Transformation: Regentage am Lost Place

Um meine Vision umzusetzen, habe ich nicht das Motiv selbst übermalt, sondern eine neue Realitätsebene davor gesetzt. Mit Acrylfarbe malte ich einen massiven, schwarzen Fensterrahmen direkt auf das Foto. Doch erst das Detail macht die Illusion perfekt: Ich fügte Wassertropfen hinzu, die am „Glas“ herunterlaufen. Es entsteht der Eindruck, man stünde draußen im kalten Novemberregen und werfe einen melancholischen Abschiedsblick in das Innere der Fabrik.

Ein verborgener Schatz

Dieses Werk wurde im November 2019 fertiggestellt. Es teilt das Schicksal des „Geistes“: Durch den Beginn der Pandemie kurz darauf verschwand es im Archiv. Es wurde nie auf einer Ausstellung gezeigt und feiert hier auf dieser Webseite seine absolute Premiere.

Fazit: Konservierte Melancholie

„Das Fenster zur Werkstatt“ ist ein Spiel mit der Wahrnehmung. Es bricht die Distanz zwischen Betrachter und Objekt, indem es eine physische Barriere – das Fenster – suggeriert. Es ist ein stilles, fast poetisches Werk. Es konserviert nicht nur die Architektur der alten Noltemeyer-Werke, sondern auch das Gefühl der Vergänglichkeit. Ein Unikat für Sammler, die Kunstwerke mögen, die Geschichten erzählen und den Betrachter zum stillen Beobachter machen.

Hinweis zur Übergabe: Aufgrund der Empfindlichkeit des Rahmens ist ein Versand ausgeschlossen. Die Übergabe erfolgt ausschließlich per Abholung in Braunschweig oder nach Absprache durch persönliche Lieferung in der Region.