Ein Sieg über die Dunkelheit
Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte oder Therapiestunden. Dieses Werk wurde im Februar 2022 fertiggestellt und markiert einen Wendepunkt in meinem Leben. Es ist für mich weit mehr als nur Acryl auf Leinwand – es ist ein Fenster in eine Zeit, in der ich ein Gefangener meiner selbst war.
Der Moment der Erkenntnis
In einer Phase, in der die Depression mein ständiger Begleiter war, stellte mir meine Therapeutin eine entscheidende Frage: „Mit welchem Tier würdest du dich identifizieren?“
Meine Antwort kam ohne Zögern: Ein Panther. Stark, furchtlos, elegant – und doch verborgen im Schatten. Dieses Bild zeigt mein Seelentier genau in diesem Zustand der Gefangenschaft, aus dem ich damals nach Jahren der Dunkelheit versuchte, einen Ausweg zu finden.

Symbolik zwischen Licht und Schatten
Das tiefe Schwarz des Panthers verschmilzt fast mit der Dunkelheit, so wie man sich in einer Depression oft unsichtbar und verloren fühlt. Doch ein Detail bleibt wachsam: Das Auge. Es steht für den Kern meines Wesens, der auch in den schwersten Momenten nie ganz erloschen ist.
Technische Umsetzung & Hilfsmittel
Das Werk entstand im Format 50×70 cm (Hochformat) auf Leinwand. Um diese spezielle, fast greifbare Stimmung zu erzeugen, habe ich gezielt folgende Mittel eingesetzt:
-
Farben: Für den Himmel nutzte ich eine Mischung aus Titanium White und Payne’s Grey, um eine kühle, distanzierte Atmosphäre zu schaffen. Der Panther und der Baumstamm wurden mit kraftvollem Mars Black sowie Akzenten in Titanium White und Payne’s Grey ausgearbeitet.
-
Werkzeuge: Ein großer Flachpinsel für die Flächen, ein mittlerer Katzenzungenpinsel (Filbert-Pinsel) für die Strukturen des Baums und ein feiner Long Liner, mit dem ich die fast lebendigen Schnurrhaare und den Lichtreflex im Auge gesetzt habe.
Ein Symbol des Sieges
Heute hängt dieses Bild an meiner Wand – nicht als Mahnung an den Schmerz, sondern als Symbol für meinen persönlichen Sieg. Ich habe den Kampf gegen meinen größten Widersacher für mich entscheiden können. Der Panther ist nicht mehr gefangen; er ist heute ein Ausdruck meiner wiedergewonnenen Stärke.
„Dieses Werk ist eines von nur zwei Bildern, die sich direkt mit meiner Depression beschäftigen. Es erinnert mich jeden Tag daran, dass man aus dem tiefsten Schatten wieder ins Licht treten kann.“
Mein persönliches Fazit zur künstlerischen Wirkung
Künstlerisch betrachtet besticht der „Schwarze Panther“ durch seinen radikalen Minimalismus. Die Entscheidung, das Tier fast vollständig im tiefen Mars Black verschwinden zu lassen, lenkt den Fokus unmittelbar auf das Wesentliche: die Wachsamkeit im Auge und die filigranen Schnurrhaare. Der Kontrast zwischen der groben Struktur der Baumrinde und dem glatten, schattenhaften Fell verleiht dem Bild eine enorme Tiefe. Es strahlt eine Ruhe aus, die jedoch eine latente, kraftvolle Energie in sich trägt – ein modernes, grafisch starkes Werk, das zeigt, wie aus Reduktion maximale Emotion entstehen kann.
Details zum Werk
-
Titel: Schwarzer Panther im Baum
-
Format: 50×70 cm (Hochformat)
-
Status: Unverkäuflich. (Teil der privaten Sammlung)