Herbstliche Landschaft – See im Abendlicht

Wenn die Zeit am Ufer stillsteht – Abendrot über einem herbstlichen See

Die Idee zu diesem Bild entstand aus der Überlegung: Was könnte ich malen, ohne dass es einen direkten Bezug zu einem Urlaub oder einer konkreten Vorlage hat? Einfach nur malen, weil es unendlich viel Spaß macht. Nach einer Woche voller Arbeit ist es für mich ein schöner Ausgleich, mir bewusst Zeit zu nehmen, um abzuschalten und mich vom Alltag zu lösen. Gleichzeitig möchte ich mich auch künstlerisch weiterentwickeln. Mein Eindruck ist, dass es einfacher ist, Ideen zu finden, wenn man die Malerei von Grund auf gelernt hat. Wenn man – so wie ich – eher von der Seite in die Malerei einsteigt, wirkt dieser Prozess manchmal etwas schwieriger.

Herbstliche Abendstimmung über einem See – Acrylgemälde mit Bergen, Wald und Spiegelung
Abendstimmung über einem herbstlichen See – Berge und Wald spiegeln sich im ruhigen Wasser

Was ich jedoch sofort im Kopf hatte, war die Stimmung: Das Bild sollte herbstlich sein. Da ich leidenschaftlicher Angler bin, kam mir schnell eine Umgebung mit einem See in den Sinn. Plötzlich hatte ich das Bild des Königssees vor Augen – mit dem Bergmassiv im Hintergrund, der Kapelle am See und dem smaragdgrünen Wasser. Da meine Berge bisher in meinen Bildern oft nur „schwarz“ dargestellt waren, wollte ich mir diesmal etwas mehr zutrauen und sie – ähnlich wie mein großes Vorbild Bob Ross – etwas differenzierter gestalten. Natürlich nicht genau wie er, sondern in meinem eigenen Stil.

Als das komplette Motiv in meinem Kopf entstanden war, schrieb ich die Idee sofort in mein Notizbuch. Danach begann ich mit der Vorbereitung der Leinwand (40 × 40 cm). Zuerst klebte ich die Ränder des Keilrahmens mit Malerkrepp ab, damit später ein sauberer Rahmen entsteht. Anschließend trug ich eine hauchdünne Schicht Retarder von Winsor & Newton auf, um die Trocknungszeit zu verlängern.

Ich startete mit Cadmium Yellow (Hue) und Titanium White für die angedeutete Sonne. Danach folgte Winsor Violet, das ich mit Vandyke Brown und den anderen Tönen kombinierte und weich verblendete. Für die Berge nutzte ich Mars Black, Weiß, Gelb und Winsor Violet und verschleierte die Umrisse mit einem Borsten-Rundpinsel. Für den Wald und die Spiegelungen kamen Cadmium Red (Hue), Indian Yellow und Burnt Sienna zum Einsatz. Das Kuriose war: Ich bekam von meiner Umgebung nichts mehr mit, war voll fokussiert, bis meine Frau mir einen Pott Tee brachte und ich kurz aufschreckte. Erst mit etwas Abstand spürte ich die Erleichterung und die volle Wirkung des Werkes.


Auflistung der Materialien

  • Leinwand: 40 x 40 cm Keilrahmen.

  • Vorbereitung: Malerkrepp (weißer Rand), Winsor & Newton Retarder.

  • Farben: Titanium White, Cadmium Yellow (Hue), Winsor Violet, Vandyke Brown, Mars Black, Cadmium Red (Hue), Indian Yellow, Burnt Sienna.

  • Pinsel: Großer & kleiner Flachpinsel, Rundpinsel, schmaler & großer Borsten-Rundpinsel, Verblenderpinsel.


Fazit

Als das Bild schließlich fertig war und ich es mit etwas Abstand betrachtete, spürte ich eine kleine Erleichterung. Wenn man direkt davor sitzt, sieht man zwar jedes Detail, aber die gesamte Wirkung entfaltet sich erst, wenn man ein paar Schritte zurücktritt. Für mich ist dieses Werk ein wichtiger Schritt: Weg von den rein schwarzen Bergen, hin zu mehr Struktur und Licht – und das in meinem ganz eigenen Stil als Quereinsteiger.


Hinweis zum Verkauf

Da mir der Erhalt des fertigen Werkes sehr am Herzen liegt, ist dieses Bild nicht für den Standardversand geeignet. Eine Übergabe erfolgt daher ausschließlich durch persönliche Abholung nach individueller Absprache oder durch eine persönliche Lieferung.

Eine kontrastreiche Schwarz-Weiß-Acrylmalerei eines Wals, der in einer stürmischen Brandung vor einer steilen Küstenlinie aus dem Wasser bricht. Die massive dunkle Fluke steht im Zentrum, während weiß aufpeitschende Gischt und wabernder Nebel eine dramatische, raue Atmosphäre erzeugen.

The Heavy Pulse: Ein Cornwall-Moment in Schwarz-Weiß

The Heavy Pulse of Oceans (Der schwere Puls der Ozeane)

Manchmal braucht eine Inspiration Monate, um zu reifen, bevor sie mit voller Wucht auf die Leinwand trifft. Dieses Werk ist das Ergebnis einer Reise, die mich letzten Sommer an die Küste von Cornwall führte.

Eine kontrastreiche Schwarz-Weiß-Acrylmalerei eines Wals, der in einer stürmischen Brandung vor einer steilen Küstenlinie aus dem Wasser bricht. Die massive dunkle Fluke steht im Zentrum, während weiß aufpeitschende Gischt und wabernder Nebel eine dramatische, raue Atmosphäre erzeugen.
„The Heavy Pulse of Oceans – Dynamik in Schwarz & Weiß.“

Die Inspiration: Zwischen Penzance und Land’s End

Der Ursprung dieses Bildes liegt in einem 2,5-stündigen Coast Boat Trip, den wir in Penzance gebucht hatten. Von der Mounts Bay aus führte uns die spektakuläre Route entlang der dramatischen Küstenlinie in Richtung Land’s End. Es ist eine der produktivsten Buchten Europas für Meeresbewohner, und was ich dort erleben durfte, hielt ich bisher für fast unmöglich: Delfine, Tümmler, Schweinswale und Robben aus nächster Nähe.

Besonders beeindruckend waren die Delfine, die wie in einem Film neben unserem mit zwei PS-starken Außenbordmotoren bestückten Powerboat herjagten. Auch wenn man in der Mounts Bay eher Schweinswale statt Buckelwale sieht, blieben diese Eindrücke tief in mir hängen. In meiner Vorstellung sprangen sie aus dem Wasser – ein Bild, das ich nun, Monate später, an einem Wochenende auf die Leinwand brachte.

Die künstlerische Vision: Drama in Schwarz-Weiß

Obwohl wir bei unserem Trip Sonnenschein hatten, wollte ich für dieses Werk eine dramatische Stimmung erzeugen. Nebel, der von der Küste Richtung Meer wabert, ein bedeckter Himmel und Wasser, das in ständiger Bewegung ist. Passend dazu wählte ich eine rein monochrome Palette – inspiriert durch den Songtitel „Black or White“ von Michael Jackson. Der Verzicht auf Farbe unterstreicht die Urgewalt und die zeitlose Tiefe der Szene.

Der Entstehungsprozess & Technik

Das Werk entstand auf einer 40 x 40 cm Leinwand in einer speziellen Nass-in-Nass-Technik, die an Bob Ross erinnert, aber meine eigene Handschrift trägt:

  1. Vorbereitung: Die Ränder wurden mit Malerkrepp abgeklebt, um einen sauberen Rahmen zu erhalten. Zur Staubentfernung wurde die Leinwand mit einem feuchten Flachpinsel gereinigt.

  2. Grundierung & Retarder: Ich trug den Retarder von Winsor & Newton direkt auf die Leinwand auf, um die Offenzeit der Acrylfarben zu verlängern. Hierbei war Fingerspitzengefühl gefragt, da ich ihn nicht wie üblich einmischte, sondern als Gleitmittel für die Verblendung nutzte.

  3. Farbaufbau: Ohne Gesso, nur mit Mars Black und Titanium White sowie Matt Medium, begann ich im unteren Bereich mit Schwarz und arbeitete mich mit Weiß nach oben.

  4. Verblendung: Mit einem sehr weichen Verblender-Pinsel schuf ich die Übergänge vom Horizont aufwärts. Nach dem Antrocknen nutzte ich die Restfeuchte des Retarders, um die Schattierungen der Küstenlinie und den wabernden Nebel einzuarbeiten.

  5. Details: Den Wal malte ich freihändig ohne Vorlage. Die Wellen und die aufpeitschende Gischt entstanden mit einer Katzenzunge (Filbert) und einem kleinen, weichen Fächerpinsel.

 

Verwendete Hilfsmittel

Kategorie Details
Format 40 x 40 cm Leinwand
Farben Mars Black, Titanium White
Medien Retarder (Winsor & Newton), Matt Medium
Werkzeuge Fächerpinsel, Katzenzunge (Filbert), Verblender, Longliner

Fazit

Dieses Bild war das erste Werk, auf dessen Umsetzung ich mich schon im Vorfeld riesig gefreut habe. Das Motiv des springenden Wals war klar, doch das finale Ergebnis entwickelte sich während des Malens.

Künstlerische Bewertung: Die Entscheidung für die monochrome Palette verleiht der Szene eine dramatische Tiefe. Besonders der Kontrast zwischen der dunklen Silhouette der Klippen und dem strahlenden Weiß der Gischt erzeugt eine starke visuelle Spannung. Die Fluke als zentraler Fokuspunkt wirkt massiv und schwer – man spürt förmlich die Energie, mit der sie die Wasseroberfläche durchbricht. Es ist ein Werk, das die Unbezähmbarkeit der Natur und den „schweren Puls“ des Ozeans in einem flüchtigen Augenblick festhält.


Ein Hinweis zum Schluss

Da mir dieses Werk aufgrund seiner Entstehungsgeschichte und der besonderen Farbtiefe sehr am Herzen liegt, möchte ich sicherstellen, dass es unbeschadet sein neues Zuhause erreicht. Um die Brillanz der vielen feinen Farbschichten und Details zu schützen, ist es für den normalen Postversand nicht geeignet.

Wie das Bild zu dir kommt: Am liebsten ist mir ein persönlicher Kontakt. Du kannst das Bild gerne direkt bei mir abholen, oder wir vereinbaren eine persönliche Übergabe und Lieferung nach individueller Absprache. So können wir sicher sein, dass alles heil ankommt.

Wheal Coates: Monument des Zinnbergbaus

Wheal Coates: Monument des Zinnbergbaus

Wheal Coates: Monument des Zinnbergbaus an der Nordküste Cornwalls

Es gibt Orte, die lassen einen nicht mehr los. Für mich ist das Cornwall. Jedes Jahr zieht es uns in diese Grafschaft, zu den aufgeschlossenen Menschen und dieser rauen, fesselnden Landschaft. Mein neues Bild „Wheal Coates – Monument des Zinnbergbaus“ ist eine Reise zurück in den letzten Sommer und gleichzeitig eine Verarbeitung der Nachrichten vom Anfang dieses Jahres.

Die Ruinen der Wheal Coates Mine an der Nordküste von Cornwall. Das gemauerte Maschinenhaus steht auf den grünen Klippen vor dem weiten Atlantik unter einem sommerlichen Himmel.
Zwischen Historie und Emotion – Mein Blick auf Wheal Coates

Von der Mine auf die Leinwand

Alles begann mit einer Führung in der Levant Mine. Tief unter Tage bekamen wir einen Einblick in die harte Arbeit der Bergleute und lernten nebenbei, warum das Cornish Pasty diesen typischen dicken Rand hat. Auf dem Rückweg nach Penzance sahen wir es dann in der Ferne bei St. Agnes: das markante Maschinengebäude der Wheal Coates Tin Mine.

Wheal Coates ist eine ehemalige Zinnmine an der Nordküste von Cornwall, gelegen auf den markanten Klippen zwischen Porthtowan und St. Agnes. Heute wird das Areal vom National Trust gepflegt und zählt zu den meistfotografierten Industriedenkmälern der Region.

Ein Blick in die Geschichte:

  • Anfänge: Erste Aufzeichnungen reichen bis ins Jahr 1692 zurück. Der reguläre Betrieb startete 1802.

  • Herausforderungen: Da die Stollen weit unter den Meeresboden reichten, waren Überflutungen das größte Problem, bis dampfbetriebene Maschinen zur Entwässerung eingesetzt wurden.

  • Blütezeit & Ende: Auf dem Höhepunkt waren etwa 140 Personen beschäftigt. 1914 wurde der Betrieb aufgrund schwankender Zinnpreise endgültig eingestellt.

Anfang Januar 2026 trafen uns die Nachrichten aus England dann sehr hart. Heftige Stürme fegten über Cornwall und Devon hinweg und richteten schwere Schäden an Orten an, die wir gerade erst besucht hatten. Diese Betroffenheit wollte ich auf die Leinwand bringen. Mein Himmel im Bild lässt zwei Deutungen offen: Ist es die Ruhe vor dem Sturm oder der Moment danach, wenn die Wolken abziehen?

Architektur als Motiv

Die heute sichtbaren Ruinen stammen überwiegend aus den 1870er Jahren. Das bekannteste Gebäude, das ich auch in meinem Bild verewigt habe, ist das Towanroath Pumping Engine House (1872). Es steht direkt am Klippenrand und diente dazu, Wasser aus dem 180 Meter tiefen Schacht zu pumpen. Weitere Strukturen wie die Whim Engine Houses und der Kalzinierofen (errichtet 1910–1913) sind heute stumme Zeugen der industriellen Revolution. Seit 1988 stehen sie als Grade II unter Denkmalschutz.

Der Prozess: Schichten und Verblenden

Bevor die erste Farbe floss, stand die Vorbereitung an. Da ich hochwertige Rahmen nicht gerne entsorge, habe ich eine alte Leinwand recycelt. Nach dem Entstauben und einem vorsichtigen Anschliff habe ich die Ränder mit Malerkrepp abgeklebt.

Um die Farben fast wie bei Bob Ross verblenden zu können, nutzte ich einen Trick:

  1. Grundierung: Großzügiger Auftrag von Marabu-Trocknungsverzögerer mit einem Haushaltsschwamm. Das hält die Acrylfarbe „offen“.

  2. Der Himmel: Mit Rundpinseln habe ich Töne wie Prussian Blue, Cerulean Blue, Crimson und Opera Rose wechselweise aufgetupft.

  3. Die Verblendung: Erst mit einem breiten Flachpinsel grob verblenden, dann mit einem weicheren Pinsel in alle Richtungen nacharbeiten.

Ein Moment der Befreiung

Dieses Bild zu malen, war eine intensive Erfahrung. Gegen Ende der Schaffensphase fühlte ich mich förmlich „ausgesaugt“. Es ist ein seltsames, aber befreiendes Gefühl, das ich früher nur aus Zeiten kannte, in denen mich die Depression fest im Griff hatte.

Obwohl ich heute frei davon bin, war die emotionale Entladung beim Malen von Wheal Coates fast identisch: Als das letzte Detail saß, fühlte ich mich leichter. Es ist, als ob die schweren Sturmwolken nicht nur auf dem Bild, sondern auch in mir abgezogen wären.


Ein Hinweis zum Schluss

Da mir dieses Werk aufgrund seiner Entstehungsgeschichte und der besonderen Farbtiefe sehr am Herzen liegt, möchte ich sicherstellen, dass es unbeschadet sein neues Zuhause erreicht. Um die Brillanz der vielen feinen Farbschichten und Details zu schützen, ist es für den normalen Postversand nicht geeignet.

Wie das Bild zu dir kommt: Am liebsten ist mir ein persönlicher Kontakt. Du kannst das Bild gerne direkt bei mir abholen, oder wir vereinbaren eine persönliche Übergabe und Lieferung nach individueller Absprache. So können wir sicher sein, dass alles heil ankommt.

 

Verwendete Materialien

Kategorie Details
Hilfsmittel Marabu Trocknungsverzögerer (Retarder), Haushaltschwamm
Farben (Himmel) Prussian Blue, Cerulean Blue, Crimson, Opera Rose, Pale Yellow, Lemon Yellow, Titanium White
Farben (Landschaft) Hookers Green, Permanent Green light, Crimson, Burgunder, Pale Yellow, Olive Green
Farben (Gebäude) Mars Black, Paynes Grey, Titanium White
Pinsel-Auswahl Rundpinsel, Flachpinsel, Katzenzunge (Filbert), Fine Liner, Long Liner, Borstenfächerpinsel
 

Gedanken aus Stein: Wie ich meine Sprache in Farben wiederfand

Wenn die Farben die Sprache zurückbringen: Ein Zeitzeugnis der Heilung

Es gibt Momente im Leben, da fühlt sich die Welt an wie eine unüberwindbare Steinmauer – rau, hart und unnachgiebig. Mein Werk vom 24. Juli 2020 ist weit mehr als nur Farbe auf einer 50×60 cm Leinwand. Es ist ein Protokoll meines Kampfes gegen die Depression, entstanden in einer Zeit, als die Welt durch die Pandemie und die Lockdowns stillstand und die Dunkelheit in mir versuchte, wieder die Oberhand zu gewinnen.

Acrylmalerei auf strukturierter Leinwand: Eine dunkle Silhouette sitzt unter einem baumartigen Gebilde, aus dem eine farbgewaltige Gedankenblase in Türkis, Lila und Weiß ausbricht. Der Hintergrund zeigt eine raue Stein-Optik.
„Als die Farben zurückkamen: Mein Weg aus dem Stein – gemalt am 24. Juli 2020.“

Der Kampf um die Kontrolle

In der Gefangenschaft der Depression fühlte ich mich oft allein, obwohl ich es nicht war. Ich hatte meinen „Fels in der Brandung“ – meine Frau – immer an meiner Seite, doch der Schleier der Krankheit verdeckte die Sicht auf diese Realität. Ich fühlte mich oft wie ein Fremder im eigenen Körper, stand neben mir und fragte mich: „Was für ein ‚Vogel‘ ist das da eigentlich?“ Es war ein Gefühl des totalen Kontrollverlusts.

Stein, Sand und die Rückkehr der Struktur

Um dieses Gefühl der Schwere und der Blockade auszudrücken, habe ich den Untergrund des Bildes besonders bearbeitet:

  • Die Basis: Ein Gemisch aus Sand, Modellierpaste und Grundierweiß, aufgetragen mit 2 Palettenmessern, erzeugte eine echte Steinstruktur. Es symbolisiert das Festgehaltenwerden, den Moment, in dem man nicht mehr durch den Schleier gehen kann.

  • Das Werkzeug: Mit einem Haushaltsschwamm, einem Schwammstempel und nur drei Pinseln habe ich Schicht um Schicht gearbeitet – ein haptischer Prozess, der mir half, die Kontrolle über das Material zurückzugewinnen.

Der Ausbruch der Farben

Das Bild zeigt genau den Punkt, an dem die Heilung begann. In der großen „Gedankenblase“ über der Silhouette brechen sechs Acrylfarben das Chaos im Kopf auf.

  • Wo vorher nur Leere und Dunkelheit waren, kehrte die Farbe als meine neue (und alte) Sprache zurück.

  • Das Türkis, Violett und Weiß sind nicht nur Pigmente; sie sind die Fortschritte meiner Behandlung, die schrittweise die Oberhand gewannen.

Mein Fazit

Dieses Bild ist für mich das Ende eines Anfangs. Es zeigt den Weg aus der Isolation der Pandemie und der Depression. Es erinnert mich daran, dass selbst wenn der Untergrund rau wie Stein ist, die Farben der Seele mächtig genug sind, um jede Mauer zu durchbrechen.

Nahaufnahme Detail Silent Roar – Verbindung zwischen Junge und Panther am Abgrund

Silent Roar – Das stille Gebrüll der Befreiung

Silent Roar – Wenn das Schweigen der Depression eine Stimme findet

Es gibt Momente im Leben, da fehlen die Worte. Wenn die Dunkelheit der Depression so schwer wiegt, dass jedes gesprochene Wort im Hals stecken bleibt. „Silent Roar“ entstand im Jahr 2023, genau an der Schwelle: Die Welt erwachte langsam aus der Covid-Pandemie, und ich stand kurz vor dem Abschluss meiner Behandlung.

Eine Schwarz-Weiß-Acrylmalerei zeigt die Silhouette eines Jungen, der an einem Abgrund sitzt, bewacht von der Silhouette eines Panthers im Hintergrund vor einem grauen Horizont.
Silent Roar (2023): Ein Moment des Innehaltens am Abgrund – bewacht von innerer Stärke und dem Rückhalt meiner Liebsten.

Am Abgrund, aber nicht allein

Das Motiv zeigt einen Jungen, der mit baumelnden Beinen über einem Abgrund sitzt. In jener Zeit war ich dieser Junge. Gefangen in einer Krankheit, die sich anfühlte, als ginge es nicht voran, sondern stetig abwärts in die Tiefe.

Doch hinter mir, im Schatten des Abgrunds, sitzt der Wächter. In meiner Gedankenwelt hat dieser Panther eine Doppelbedeutung:

  1. Mein Seelentier: Die unsichtbare Kraft, die immer an meiner Seite war.

  2. Meine Frau: Sie war meine „Löwenmutter“. Sie stand hinter mir, als ich nicht wusste, wie es weitergeht. Sie führte mich, wenn die Depression mich im Griff hatte, und passte auf mich auf, bis ich meine eigene Sprache wiederfand.

Die Rückkehr der Farben und des Lichts

Durch die Malerei konnte ich mich mitteilen, als Reden nicht mehr möglich war. Ich habe mich Schicht für Schicht zurück in eine Welt voller Farben und Licht gekämpft. „Silent Roar“ ist das Zeugnis dieses Sieges. Auch wenn die Dunkelheit manchmal noch kurz aufblitzt, um mich zur Achtsamkeit zu mahnen – sie beherrscht mich nicht mehr.

Technische Umsetzung & Hilfsmittel

Um die Stille und die Tiefe des Abgrunds einzufangen, habe ich mich auf das Wesentliche konzentriert:

  • Format: 40×50 cm (Querformat) auf hochwertiger Winsor & Newton Leinwand.

  • Farben: Mars Black und Titanium White (Winsor & Newton).

  • Besonderheit: Der Einsatz von Matt Medium war entscheidend, um die sanften Verblendungen im Hintergrund und die Tiefe des Abgrunds fließend und ruhig zu gestalten.

  • Werkzeuge: Mittlerer Flachpinsel für die Verläufe, kleine Katzenzunge (Filbert) für die Silhouetten und ein feiner Long Liner für die präzisen Konturen. Ein kleiner Borsten-Rundpinsel gab dem Felsrand seine Struktur.


Mein Fazit & künstlerische Einordnung

„Silent Roar“ ist für mich weit mehr als ein Spiel mit Kontrasten; es ist die visuelle Bewältigung einer Grenzerfahrung. Künstlerisch besticht das Werk durch seine bewusste Reduktion. Der Verzicht auf Farbe lenkt den Blick unmittelbar auf die existenzielle Spannung zwischen der Zerbrechlichkeit des Jungen und der schützenden Präsenz des Panthers.

Die Komposition nutzt das Licht im Hintergrund nicht nur als gestalterisches Element, sondern als Symbol für die Hoffnung, die jenseits des Abgrunds wartet. Es zeigt, dass wahre Stärke oft in den leisen, fast unsichtbaren Details liegt – ein stilles Gebrüll, das keine Lautstärke braucht, um gehört zu werden. Dieses Bild bleibt für mich unverkäuflich, da es ein tiefes Stück meines eigenen Wesens verkörpert.

Ein Gedanke für euch: Vielleicht kennt ihr selbst Momente, in denen die Welt grau erscheint und die Worte fehlen. Ich hoffe, dieses Bild zeigt euch, dass man auch am Rand des Abgrunds nicht allein sein muss und dass es sich lohnt, Schritt für Schritt zurück ins Licht zu finden. Danke, dass ihr mich auf diesem Teil meiner Reise begleitet.


Details zum Werk:

  • Titel: Silent Roar (Stilles Gebrüll)

  • Entstehungsjahr: 2023

  • Status: Privatbesitz / Unverkäuflich

  • Hinweis für Sammler: Aufgrund der persönlichen Bedeutung bleibt dieses Werk Teil meiner privaten Sammlung im Atelier.

Waldgeister: Von der Vernichtung zur Vision

Wenn Wälder Geschichten flüstern – Die Rettung der „Waldgeister“

Manchmal braucht Kunst einen zweiten Anlauf, um ihre wahre Seele zu offenbaren. Die Geschichte dieses Bildes beginnt in der Galerie ARTmen in Abbenrode, im Landkreis Wolfenbüttel. Dort lernte ich die Arbeit einer Gruppe von Fotokünstlern kennen (Die Licht-Bildner) – Angelika Souluk, Matthias Grimm, Friedrich Brüggeboss und Hans-Joachim (Hanjo) Biehs. Sie fangen die melancholische Schönheit von Lost Places in unserer Region ein.

Hanjo Biehs überließ mir eine seiner Fotoleinwände: eine herbstliche Waldszene aus dem Woltorfer Forst. Eigentlich wollte er das Werk vernichten, doch ich sah etwas darin, das noch nicht erzählt war. Mit seiner ausdrücklichen Zustimmung als Urheber begann für mich eine Reise des Suchens.

Der Moment des Flows Es dauerte Tage, bis ich den Zugang fand. Doch dann, beeinflusst von den Eindrücken einer Reise durch Süd-England und dem Besuch der Burgruine „Bodiam Castle“ in Kent, war die Idee plötzlich da. Ich wollte die Geister der Vergangenheit sichtbar machen.

Ein kleiner Impuls für euch: Schaut euch das Bild einen Moment an und stellt euch diesen Waldweg einmal ganz ohne den Hirschen und das Mädchen vor. Seht ihr die Stille des leeren Pfades? Genau so sah das Originalfoto aus, bevor die Geschichte in meinem Kopf begann.

Die Umsetzung Ich wollte zeigen, was früher dort gewesen sein könnte. Ich habe diese Begegnung schemenhaft in Weiß in die Fotografie hineingemalt – wie flüchtige Erinnerungen, die verblassen, aber dennoch präsent sind. Einzig zwei kleine Farbtupfer in dezentem Quinacridon Magenta setzen Akzente: ein Schmetterling auf der Hand des Mädchens und die Schleife an ihrem Kleid. Es ist eine Hommage an die Zeit, als die Wälder noch unberührte Urwälder waren.

"Künstlerische Fotoleinwand von kreativ-mit-acryl: Ein herbstlicher Waldweg im Sophiental, in den schemenhaft ein weißer Hirsch und ein kniendes Mädchen gemalt wurden. Magenta Akzente durch einen Schmetterling und eine Schleife."
„Waldgeister (2019) – Eine künstlerische Symbiose: Wo Fotografie auf Acryl trifft und Verborgenes sichtbar macht.“

Als Hanjo Biehs das fertige Werk sah, sagte er einen Satz, der mir bis heute im Gedächtnis geblieben ist: „So könnte es gewesen sein.“

Ein ungeschliffener Diamant Obwohl das Bild bereits 2019 fertiggestellt wurde, hat es bisher noch keine Ausstellungshalle von innen gesehen. Als Quereinsteiger ohne großen Namen ist es oft schwer, Gehör zu finden, da die Maßstäbe der Kunstwelt oft starr und schwer nachvollziehbar wirken. Doch dieses Bild wartet geduldig auf seinen Moment.


💡 Mein Fazit

Kunst sollte nicht an Titeln oder Lebensläufen gemessen werden, sondern an der Geschichte, die sie erzählt, und dem Gefühl, das sie auslöst. Die „Waldgeister“ sind für mich der Beweis, dass Upcycling mehr ist als nur Wiederverwertung – es ist die Rettung einer Seele. Es zeigt, dass Kooperation zwischen Künstlern (Fotografie trifft Malerei) etwas völlig Neues erschaffen kann, das stärker ist als das Original allein.

Wichtiger Hinweis: Dieses Werk ist ein Unikat. Ein Versand ist nicht möglich – nur Abholung oder persönliche Lieferung durch mich.