– Wie ich mir mein Leben zurück gemalt habe
Wenn ich heute vor meiner Bilderserie „Bunte Welt der Tiere“ stehe, sehe ich nicht nur Acrylfarbe auf Leinwand. Ich sehe zwei Jahre meines Lebens – die Jahre 2017 bis 2019. Es war eine Zeit, in der ich nicht nur gegen eine schwere Erkrankung kämpfte, sondern auch meiner Depression den Krieg erklärt hatte. Jedes dieser Bilder/Kunstwerke ist ein stummer Zeuge dieses Kampfes und mein ganz persönlicher Weg zurück ins Licht.

Für mich ist diese Serie viel mehr als nur ein künstlerisches Projekt. Sie ist mein Seelentagebuch. Wenn ihr euch die Motive und die Farben anseht, könnt ihr genau spüren, wie es mir an jenem Tag ging. Es gibt Tage, die sind tiefschwarz wie die Nacht, und es gibt Tage, die leuchten in den Farben eines Sonnenuntergangs oder wirken mystisch und verzaubert. Die Tiere – vom majestätischen Adler über den sanften Buckelwal bis hin zu den filigranen Libellen – waren in dieser Zeit meine wichtigsten Begleiter.
Momente, die heute andere berühren
Einige meiner Werke haben mich inzwischen verlassen. Sie wurden während oder nach meinen Ausstellungen verkauft und hängen heute in privaten Räumen. Auch wenn sie nicht mehr bei mir sind, bleibt die tiefe Verbindung bestehen. Fünf dieser Bilder möchte ich euch besonders ans Herz legen, weil sie Schlüsselmomente meiner Heilung einfangen:
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„Aufbruch“: Ein Bild voller Sehnsucht. Ein Reiher steht am Ufer, während am dunkelblauen Horizont zwei andere der Ferne entgegenfliegen. Das Rot-Orange des Himmels spiegelt sich im Wasser – für mich ein Symbol für die Hoffnung, die langsam wieder erwachte.
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„Buckelwal“: Er bricht mit aller Kraft aus der Wasseroberfläche aus. Vor dem grauen, winterlichen Himmel und der einsamen Insel wirkt er wie ein Symbol für die Freiheit, die ich mir so sehr zurückgewünscht habe.
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„Marty das Zebra“: Ein Moment der Sanftheit. Marty reckt sich nach einer Rose, die von links ins Bild ragt. Der Hintergrund ist verschwommen, fast wie im Nebel – so wie sich die Welt manchmal anfühlt, wenn man versucht, das Schöne wieder greifen zu können.
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„Loch Ness“: Gemalt in tiefem Indigo und Phthalo Green. „Nessi“ schwimmt unter einem Vollmond zur Oberfläche. Es ist ein mystisches Bild, das für das steht, was tief im Verborgenen liegt und doch nach oben drängt.
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„Weihnachtswaschbär“: Mein kleiner Schalk. Er trägt eine verrutschte Weihnachtsmütze und hält eine Christbaumkugel fest. Das Faszinierende: Seine Augen verfolgen euch, egal wo ihr im Raum steht. Er lässt euch nicht aus den Augen – so wie ich den Blick auf meine Genesung nicht verlieren durfte.
Meine Anker: Der Sprung in die Freiheit und das Feuer des Lebens
Wenn man mich fragt, welche Bilder mir in der schwersten Phase am meisten Kraft gegeben haben, dann sind es zwei ganz besondere Motive. Sie stehen für den Moment, in dem ich mich entschied, nicht mehr aufzugeben:
Da ist zum einen der Buckelwal, der mit seiner massiven Kraft die Wasseroberfläche durchbricht. Für mich symbolisiert er den Ausbruch aus der Tiefe, das Luftholen nach einer langen Zeit unter Wasser.
Und dann ist da die Silhouette eines Hengstes, der sich aufbäumt. Hinter ihm nichts als eine Wand aus lodernden Flammen. Dieses Bild ist für mich das reinste Symbol meines Kampfes gegen die Depression. Es zeigt den Mut, stehenzubleiben, auch wenn die Welt um einen herum brennt, und sich mit aller Kraft aufzubäumen.
Diese Serie zu malen, hat mir geholfen, meine Gefühle zu kanalisieren. Ich habe die Farben genutzt, um das auszudrücken, wofür ich damals keine Worte hatte. Ich lade euch ein, mit mir in diese bunte Welt einzutauchen – eine Welt, die zeigt, dass nach jeder dunklen Nacht die Farben zurückkehren können.
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