Tall Winter Grass

Tall Winter Grass

Winterstille am See: Mein neues Werk „Tall Winter Grass“

In den vergangenen Tagen hat der Winter bei uns endlich richtig Einzug gehalten. Mit den Schneewehen, der klirrenden Kälte und den zugefrorenen Gewässern kam auch die Inspiration für mein neuestes Bild zu mir.

Ein Ort, der Kraft gibt

Wer mich kennt, weiß: Neben der Malerei bin ich seit 1998 leidenschaftlicher Angler. Das Ufer ist mein Rückzugsort. Schon lange vor meiner schweren Erkrankung und den dunklen Zeiten der Depression zog es mich ans Wasser. Heute genieße ich diese Momente mehr denn je – wenn ich mit meiner Frau am Ufer sitze, wir die Stille genießen und nur das ferne Zwitschern der Vögel hören. Man ist allein mit der Natur, und das gibt mir unendlich viel Kraft.

Dieses Bild zeigt genau diesen Ausblick: Den Schilfgürtel, der uns umgab und bis weit in das gefrorene Wasser hineinreichte.

Acrylgemälde von Carsten: Winterliches Schilf am gefrorenen See mit weichen Spiegelungen auf dem Eis und einem farbintensiven Abendhimmel.
„Ein Moment voller Stille: Das frostige Schilf am See, gemalt mit dem Fächerpinsel. In diesem Bild habe ich die Kraft und Ruhe festgehalten, die mir die Natur im Winter gibt.“

Die Entstehung: Schritt für Schritt auf der Leinwand

Für dieses Projekt habe ich eine 40×50 cm Leinwand von Liquitex im Querformat gewählt. Wie gewohnt habe ich den Rand mit Malerkrepp abgeklebt, um nach Abschluss der Arbeit einen sauberen, weißen Rahmen zu erhalten.

Grundierung und Vorbereitung

Zuerst trug ich mit dem Palettenmesser den Trocknungsverzögerer von Marabu auf und verteilte ihn mit der weichen Seite eines Haushaltsschwamms. Darauf folgte das weiße Gesso von Winsor & Newton. Anders als sonst habe ich die lange Offenzeit des Verzögerers voll ausgenutzt und sofort nass-in-nass mit dem Malen begonnen.

Himmel und Atmosphäre

Für den Himmel verwendete ich die Acrylfarben von Winsor & Newton in den Tönen: Prussian Blue, Vermillion, Cadmium Orange (HUE), Crimson und Lemon Yellow.

  • Technik: Erst mit einem großen Rundpinsel getupft, dann mit einem harten Borsten-Flachpinsel in beide Richtungen verwischt. Ein schmaler Verblender-Pinsel sorgte für den letzten Schliff.

Wald, Eis und Spiegelungen

  • Der Wald: Getupft mit Naturschwamm und Borstenpinsel (Mars Black, Burnt Sienna, Yellow Ochre). Die Baumstämme habe ich mit dem Malmesser und Titanium White angedeutet.

  • Das Eis: Da der See zugefroren ist, habe ich die Umrisse mit einem weichen Verblender-Pinsel ganz leicht und schwunghaft nach unten gezogen, um die Spiegelung auf dem Eis zu kreieren.

Das „Tall Grass“ im Detail

Das Schilf entstand mit dem Fächerpinsel und schnellen Halbkreisbewegungen aus dem Handgelenk. Den Schneeüberzug habe ich mit drei verschiedenen Long-Linern und Titanium White direkt in die noch feuchte Farbe gesetzt. Hierbei habe ich die verzögerte Trocknung voll ausgenutzt, um die frostige Struktur des Grases lebendig wirken zu lassen.


Projektdetails im Überblick

  • Künstler: Carsten Gebhardt

  • Titel: Tall Winter Grass

  • Format: 40×50 cm (Querformat)

  • Material: Acrylfarben, Gesso und Medium von Winsor & Newton

  • Besonderheit: Handgemaltes Unikat auf Liquitex-Leinwand.

  • Versand/Übergabe: Nur Abholung oder persönliche Lieferung nach Absprache.


Mein Fazit

Dieses Bild bedeutet mir viel, weil es die Ruhe einfängt, die mir in schweren Zeiten geholfen hat. Es zeigt mir, dass man auch aus der tiefsten Kälte und Stille etwas Wunderschönes und Kraftvolles erschaffen kann. „Tall Winter Grass“ ist für mich ein Stück meiner eigenen Geschichte auf Leinwand.

Stonehenge: Eine Aura aus Stein und Gänsehaut

– Mein Weg zur Nass-in-Nass-Technik

Es gibt Orte, die eine Geschichte flüstern, die man nicht mit den Ohren, sondern mit dem Herzen hört. Für meine Frau und mich ist Stonehenge so ein Ort. Seit unserem ersten Urlaub in Südengland im Jahr 2019 zieht es uns magisch dorthin zurück. Sogar während der Pandemie ließen wir es uns nicht nehmen, diesen geschichtsträchtigen Boden zu besuchen. Es ist eine Tradition geworden: Wann immer wir in unseren Sommerurlaub nach Cornwall aufbrechen, legen wir bei Stonehenge eine Rast ein. Es ist der Moment, in dem der Alltag abfällt und der Urlaub beginnt.

Diesen Ort umgibt eine „Aura“, die man kaum beschreiben kann. Ich sehe es jedes Mal bei meiner Frau: Sobald wir den Steinkreis besuchen oder auch nur daran vorbeifahren, bekommt sie eine spürbare Gänsehaut. Auch ich spüre diese Energie, diese tiefe Verbundenheit mit der Vergangenheit, auch wenn es bei mir vielleicht nicht ganz so intensiv ist wie bei ihr. Dieses Gefühl – diese Mischung aus Ehrfurcht und Ruhe – wollte ich nun endlich auf die Leinwand bringen.

"Acrylmalerei von Stonehenge bei dramatischem Himmel, gemalt in Nass-in-Nass-Technik auf Leinwand von kreativ-mit-acryl."
Mein Stonehenge – Mit Acrylfarben die mystische Aura eines besonderen Ortes eingefangen.

Die Vorbereitung: Das Fundament für die Ewigkeit

Bevor ich mit dem eigentlichen Malen begann, widmete ich der Leinwand meine volle Aufmerksamkeit. Ich wollte einen sauberen, professionellen Look, also klebte ich zuerst die vier Ränder akribisch mit Malerkrepp ab, um einen weißen Rahmen zu schaffen.

Um die besondere Technik umzusetzen, brauchte ich eine Arbeitsfläche, die nicht sofort trocknet. Ich trug einen Trocknungsverzögerer von Marabu mit einem Spachtel auf und verteilte ihn mit der weichen Seite eines leicht feuchten Haushaltsschwamms gleichmäßig über die gesamte Leinwand. Erst danach folgte das Gesso (White) von Winsor & Newton, das ich mit einem Flachpinsel einarbeitete. Diese Schichtung war die Basis für alles, was folgte.

Die Herausforderung: Bob Ross’ Erbe in Acryl

Mein Vorbild für den Himmel war die berühmte Nass-in-Nass-Technik von Bob Ross. Da er jedoch mit Öl malte, musste ich mir für meine Acrylfarben eine eigene Alternative suchen, um diesen weichen, nebeligen Effekt zu erzielen.

Auf meiner Stay-Wet-Palette von Daler-Rowney, die ich mit zwei nassen Küchentüchern und Butterbrotpapier präpariert hatte (damit die Farben über Stunden feucht bleiben), mischte ich meine Auswahl von Winsor & Newton:

  • Prussian Blue, Winsor Blue und Winsor Violet für die Tiefe des Himmels.

  • Burnt Sienna, Payne’s Grey, Titanium White und Mars Black für die dramatischen Wolkenstrukturen.

Mit einem großen Rundpinsel tupfte ich diese Farben abwechselnd bis knapp über die Hälfte der Leinwand auf. Dann kam die Feinarbeit: Zuerst nutzte ich einen mittelgroßen, weichen Borsten-Flachpinsel und wischte die Farben von links nach rechts nach oben, dann in umgekehrter Folge wieder nach unten, um sie sanft ineinander zu verblenden. Zum krönenden Abschluss nahm ich einen sehr weichen, großen Flachpinsel und verblendete das Ganze ein zweites Mal. Erst als dieser perfekte, weiche Übergang erreicht war, ließ ich das Bild zwei Tage lang vollständig durchtrocknen.

Den Steinkreis zum Leben erwecken

Die monumentalen Steine habe ich zunächst auf Transferpapier gezeichnet und dann präzise auf die Leinwand übertragen. Für die Umsetzung der Details wählte ich ganz spezifische Werkzeuge:

  • Der Wald: Für die Bäume am Horizont mischte ich Mars Black und Hooker’s Green. Aufgetragen habe ich sie mit einem sehr feinen, kleinen Borsten-Rundpinsel, um die Struktur der Baumkronen einzufangen.

  • Der Nebelschleier: Unterhalb der Wälder wollte ich eine geheimnisvolle Tiefe erzeugen. Dafür nutzte ich Payne’s Grey und Parchment (Liquitex). Mit einem Rundpinsel und einem kleinen, weichen Fächerpinsel arbeitete ich dabei Matt-Medium ein, um diesen zarten, schleierhaften Effekt zu erzielen.

  • Der Steinkreis: Die Steine selbst erhielten ihre Textur durch Mars Black, Payne’s Grey, ein wenig Burnt Sienna und Matt-Medium.

Die Landschaft von Südengland

Für den Untergrund und die weiten Wiesen Englands griff ich tief in den Farbtopf: Hooker’s Green, Sap Green, Permanent Light Green und Olive Green. Den Weg, der an den Steinen vorbeiführt, deutete ich mit Raw Sienna und einer Nuance aus Payne’s Grey und Titanium White an.

Um die Wiese so lebendig wie möglich zu gestalten, setzte ich einen Borsten-Fächerpinsel ein. Mit einem kleinen, weichen Fächerpinsel tupfte ich schließlich Akzente in Cadmium Red (HUE) und Permanent Alizarin Crimson ein – kleine Farbtupfer, die das satte Grün aufbrechen.

Mein Anspruch an Qualität

Für mich als Künstler hinter kreativ-mit-acryl steht die Qualität an erster Stelle. Deshalb verwende ich bevorzugt die Farben von Winsor & Newton. Die Pigmentierung ist deutlich hochwertiger und intensiver als beispielsweise bei Zena Color, was man besonders bei den feinen Nuancen dieses Bildes sieht.

Dieses Werk ist für mich mehr als Technik – es ist die Gänsehaut meiner Frau, unsere gemeinsame Reisezeit und die Magie eines Ortes, der seit Jahrtausenden die Zeit überdauert.