Wheal Coates: Monument des Zinnbergbaus

Wheal Coates: Monument des Zinnbergbaus an der Nordküste Cornwalls

Es gibt Orte, die lassen einen nicht mehr los. Für mich ist das Cornwall. Jedes Jahr zieht es uns in diese Grafschaft, zu den aufgeschlossenen Menschen und dieser rauen, fesselnden Landschaft. Mein neues Bild „Wheal Coates – Monument des Zinnbergbaus“ ist eine Reise zurück in den letzten Sommer und gleichzeitig eine Verarbeitung der Nachrichten vom Anfang dieses Jahres.

Die Ruinen der Wheal Coates Mine an der Nordküste von Cornwall. Das gemauerte Maschinenhaus steht auf den grünen Klippen vor dem weiten Atlantik unter einem sommerlichen Himmel.
Zwischen Historie und Emotion – Mein Blick auf Wheal Coates

Von der Mine auf die Leinwand

Alles begann mit einer Führung in der Levant Mine. Tief unter Tage bekamen wir einen Einblick in die harte Arbeit der Bergleute und lernten nebenbei, warum das Cornish Pasty diesen typischen dicken Rand hat. Auf dem Rückweg nach Penzance sahen wir es dann in der Ferne bei St. Agnes: das markante Maschinengebäude der Wheal Coates Tin Mine.

Wheal Coates ist eine ehemalige Zinnmine an der Nordküste von Cornwall, gelegen auf den markanten Klippen zwischen Porthtowan und St. Agnes. Heute wird das Areal vom National Trust gepflegt und zählt zu den meistfotografierten Industriedenkmälern der Region.

Ein Blick in die Geschichte:

  • Anfänge: Erste Aufzeichnungen reichen bis ins Jahr 1692 zurück. Der reguläre Betrieb startete 1802.

  • Herausforderungen: Da die Stollen weit unter den Meeresboden reichten, waren Überflutungen das größte Problem, bis dampfbetriebene Maschinen zur Entwässerung eingesetzt wurden.

  • Blütezeit & Ende: Auf dem Höhepunkt waren etwa 140 Personen beschäftigt. 1914 wurde der Betrieb aufgrund schwankender Zinnpreise endgültig eingestellt.

Anfang Januar 2026 trafen uns die Nachrichten aus England dann sehr hart. Heftige Stürme fegten über Cornwall und Devon hinweg und richteten schwere Schäden an Orten an, die wir gerade erst besucht hatten. Diese Betroffenheit wollte ich auf die Leinwand bringen. Mein Himmel im Bild lässt zwei Deutungen offen: Ist es die Ruhe vor dem Sturm oder der Moment danach, wenn die Wolken abziehen?

Architektur als Motiv

Die heute sichtbaren Ruinen stammen überwiegend aus den 1870er Jahren. Das bekannteste Gebäude, das ich auch in meinem Bild verewigt habe, ist das Towanroath Pumping Engine House (1872). Es steht direkt am Klippenrand und diente dazu, Wasser aus dem 180 Meter tiefen Schacht zu pumpen. Weitere Strukturen wie die Whim Engine Houses und der Kalzinierofen (errichtet 1910–1913) sind heute stumme Zeugen der industriellen Revolution. Seit 1988 stehen sie als Grade II unter Denkmalschutz.

Der Prozess: Schichten und Verblenden

Bevor die erste Farbe floss, stand die Vorbereitung an. Da ich hochwertige Rahmen nicht gerne entsorge, habe ich eine alte Leinwand recycelt. Nach dem Entstauben und einem vorsichtigen Anschliff habe ich die Ränder mit Malerkrepp abgeklebt.

Um die Farben fast wie bei Bob Ross verblenden zu können, nutzte ich einen Trick:

  1. Grundierung: Großzügiger Auftrag von Marabu-Trocknungsverzögerer mit einem Haushaltsschwamm. Das hält die Acrylfarbe „offen“.

  2. Der Himmel: Mit Rundpinseln habe ich Töne wie Prussian Blue, Cerulean Blue, Crimson und Opera Rose wechselweise aufgetupft.

  3. Die Verblendung: Erst mit einem breiten Flachpinsel grob verblenden, dann mit einem weicheren Pinsel in alle Richtungen nacharbeiten.

Ein Moment der Befreiung

Dieses Bild zu malen, war eine intensive Erfahrung. Gegen Ende der Schaffensphase fühlte ich mich förmlich „ausgesaugt“. Es ist ein seltsames, aber befreiendes Gefühl, das ich früher nur aus Zeiten kannte, in denen mich die Depression fest im Griff hatte.

Obwohl ich heute frei davon bin, war die emotionale Entladung beim Malen von Wheal Coates fast identisch: Als das letzte Detail saß, fühlte ich mich leichter. Es ist, als ob die schweren Sturmwolken nicht nur auf dem Bild, sondern auch in mir abgezogen wären.


Ein Hinweis zum Schluss

Da mir dieses Werk aufgrund seiner Entstehungsgeschichte und der besonderen Farbtiefe sehr am Herzen liegt, möchte ich sicherstellen, dass es unbeschadet sein neues Zuhause erreicht. Um die Brillanz der vielen feinen Farbschichten und Details zu schützen, ist es für den normalen Postversand nicht geeignet.

Wie das Bild zu dir kommt: Am liebsten ist mir ein persönlicher Kontakt. Du kannst das Bild gerne direkt bei mir abholen, oder wir vereinbaren eine persönliche Übergabe und Lieferung nach individueller Absprache. So können wir sicher sein, dass alles heil ankommt.

Verwendete Materialien

Kategorie Details
Hilfsmittel Marabu Trocknungsverzögerer (Retarder), Haushaltschwamm
Farben (Himmel) Prussian Blue, Cerulean Blue, Crimson, Opera Rose, Pale Yellow, Lemon Yellow, Titanium White
Farben (Landschaft) Hookers Green, Permanent Green light, Crimson, Burgunder, Pale Yellow, Olive Green
Farben (Gebäude) Mars Black, Paynes Grey, Titanium White
Pinsel-Auswahl Rundpinsel, Flachpinsel, Katzenzunge (Filbert), Fine Liner, Long Liner, Borstenfächerpinsel

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