Sturmnacht: Wenn das Licht standhält

Lighthouse & Ocean Waves – Die Kraft der Elemente

Die Vorbereitung der Leinwand war diesmal etwas anders als bei meinen letzten Werken. Gestern übermalte ich sie zunächst mit Mars Black, Phthalo Blue und Titanium White, sodass ein tiefdunkler Grünton entstand.

Heute klebte ich – wie so oft – Malerkrepp um die Ränder, um am Ende einen sauberen Rahmen zu erhalten. Anders als sonst verzichtete ich auf das Gesso von Winsor & Newton und begann direkt mit dem Auftragen des Trocknungsverzögerers von Marabu. Diesen verteilte ich zunächst mit einem diamantförmigesPalettenmesser und arbeitete ihn anschließend mit einem leicht feuchten Haushaltsschwamm gleichmäßig ein.

Der Himmel und die Nebelwand

In etwa 15 cm Höhe klebte ich erneut Malerkrepp, um den Horizont festzulegen, und begann dann mit der Gestaltung des Himmels. Die verwendeten Farben waren Indigo, Deep Turquoise, Deep Violet, Cadmium Red (HUE) und Titanium White. Wie bei meinen anderen Bildern tupfte ich die Farben abwechselnd mit einem Rundpinsel auf die Leinwand. Mit einem breiten, flachen Fächerpinsel schuf ich die erste Verblendung – von oben nach unten und von links nach rechts.

Im zweiten Schritt nahm ich einen deutlich weicheren Flachpinsel für die finale, sanfte Ausarbeitung des Himmels. Da der Trocknungsverzögerer noch feucht war, half ich mit einem Föhn vorsichtig nach – nur so weit, dass ich mit dem Horizont weiterarbeiten konnte. Für den Nebel am Horizont verwendete ich kleine, mittlere und große Borsten-Rundpinsel und tupfte Titanium White über die Horizontlinie in den Himmel, sodass eine dichte Nebelwand entstand.

Acrylbild Lighthouse & Ocean Waves: Ein Leuchtturm trotzt der Kraft der Elemente und den gewaltigen Wellen der stürmischen See.
Zwischen tosender Brandung und innerer Stille – ein Werk über die Kraft des Standhaltens.

Leuchtturm und die Herausforderung der Wellen

Den Umriss des Leuchtturms zeichnete ich mit einem Palettenmesser und Mars Black vor, ebenso den Sockel, der später teilweise hinter den Wellen verschwindet. Mit einer mittleren Katzenzunge (Filbert) füllte ich Leuchtturm und Sockel aus und tupfte anschließend mit demselben Pinsel die angedeuteten Steine ein. Für das Licht des Leuchtturms nutzte ich eine kleine Katzenzunge, Matt Medium und Titanium White.

Der schwierigste Teil begann nun: die Wellen. Zwar hatte ich zuvor schon Wellen angedeutet, doch so groß und so nah hatte ich sie noch nie gemalt. Die Sorge war da, dass man jede Unsicherheit sieht. Für die Wellen verwendete ich Phthalo Blue, Viridian Green (HUE), Prussian Blue, Mars Black, Deep Turquoise und Titanium White. Mit einem großen Rundpinsel tupfte ich die Farben dezent auf und verblendete sie mit einem mittleren Flachpinsel. Im finalen Schritt setzte ich mit einem kleinen Borsten-Rundpinsel die Schaumkronen.

Inspiration und ein persönlicher Sieg

Die Idee zu diesem Bild entstand im vergangenen Sommer bei einem Kurztrip von Penzance nach St. Mary’s. Als wir Land’s End passierten und am Longship Lighthouse das Meer gegen Felsen brandete, versank Cornwall hinter uns in dichtem Nebel. Im Herbst besuchten wir außerdem Hartland Quay in Devon – der Sprühregen bildete einen feinen Nebel, der langsam über die Steilküste zum Meer kroch. Es fehlten nur noch die Flugsaurier.

Und das Schönste daran: Meine dunkle Zeit – die Depression – hat mit der erzeugten Stimmung im Bild nichts zu tun. Seit gut einem Jahr ist sie nur noch selten mein Gast; sie lässt zwischendurch die Hände von mir.


Ein Hinweis zum Erwerb: Dieses Werk wird nicht versendet. Du kannst es direkt bei mir persönlich abholen. Solltest du in Braunschweig wohnen, bringe ich es dir nach Absprache auch gerne direkt nach Hause vorbei.

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