Nahaufnahme Detail Silent Roar – Verbindung zwischen Junge und Panther am Abgrund

Silent Roar – Das stille Gebrüll der Befreiung

Silent Roar – Wenn das Schweigen der Depression eine Stimme findet

Es gibt Momente im Leben, da fehlen die Worte. Wenn die Dunkelheit der Depression so schwer wiegt, dass jedes gesprochene Wort im Hals stecken bleibt. „Silent Roar“ entstand im Jahr 2023, genau an der Schwelle: Die Welt erwachte langsam aus der Covid-Pandemie, und ich stand kurz vor dem Abschluss meiner Behandlung.

Eine Schwarz-Weiß-Acrylmalerei zeigt die Silhouette eines Jungen, der an einem Abgrund sitzt, bewacht von der Silhouette eines Panthers im Hintergrund vor einem grauen Horizont.
Silent Roar (2023): Ein Moment des Innehaltens am Abgrund – bewacht von innerer Stärke und dem Rückhalt meiner Liebsten.

Am Abgrund, aber nicht allein

Das Motiv zeigt einen Jungen, der mit baumelnden Beinen über einem Abgrund sitzt. In jener Zeit war ich dieser Junge. Gefangen in einer Krankheit, die sich anfühlte, als ginge es nicht voran, sondern stetig abwärts in die Tiefe.

Doch hinter mir, im Schatten des Abgrunds, sitzt der Wächter. In meiner Gedankenwelt hat dieser Panther eine Doppelbedeutung:

  1. Mein Seelentier: Die unsichtbare Kraft, die immer an meiner Seite war.

  2. Meine Frau: Sie war meine „Löwenmutter“. Sie stand hinter mir, als ich nicht wusste, wie es weitergeht. Sie führte mich, wenn die Depression mich im Griff hatte, und passte auf mich auf, bis ich meine eigene Sprache wiederfand.

Die Rückkehr der Farben und des Lichts

Durch die Malerei konnte ich mich mitteilen, als Reden nicht mehr möglich war. Ich habe mich Schicht für Schicht zurück in eine Welt voller Farben und Licht gekämpft. „Silent Roar“ ist das Zeugnis dieses Sieges. Auch wenn die Dunkelheit manchmal noch kurz aufblitzt, um mich zur Achtsamkeit zu mahnen – sie beherrscht mich nicht mehr.

Technische Umsetzung & Hilfsmittel

Um die Stille und die Tiefe des Abgrunds einzufangen, habe ich mich auf das Wesentliche konzentriert:

  • Format: 40×50 cm (Querformat) auf hochwertiger Winsor & Newton Leinwand.

  • Farben: Mars Black und Titanium White (Winsor & Newton).

  • Besonderheit: Der Einsatz von Matt Medium war entscheidend, um die sanften Verblendungen im Hintergrund und die Tiefe des Abgrunds fließend und ruhig zu gestalten.

  • Werkzeuge: Mittlerer Flachpinsel für die Verläufe, kleine Katzenzunge (Filbert) für die Silhouetten und ein feiner Long Liner für die präzisen Konturen. Ein kleiner Borsten-Rundpinsel gab dem Felsrand seine Struktur.


Mein Fazit & künstlerische Einordnung

„Silent Roar“ ist für mich weit mehr als ein Spiel mit Kontrasten; es ist die visuelle Bewältigung einer Grenzerfahrung. Künstlerisch besticht das Werk durch seine bewusste Reduktion. Der Verzicht auf Farbe lenkt den Blick unmittelbar auf die existenzielle Spannung zwischen der Zerbrechlichkeit des Jungen und der schützenden Präsenz des Panthers.

Die Komposition nutzt das Licht im Hintergrund nicht nur als gestalterisches Element, sondern als Symbol für die Hoffnung, die jenseits des Abgrunds wartet. Es zeigt, dass wahre Stärke oft in den leisen, fast unsichtbaren Details liegt – ein stilles Gebrüll, das keine Lautstärke braucht, um gehört zu werden. Dieses Bild bleibt für mich unverkäuflich, da es ein tiefes Stück meines eigenen Wesens verkörpert.

Ein Gedanke für euch: Vielleicht kennt ihr selbst Momente, in denen die Welt grau erscheint und die Worte fehlen. Ich hoffe, dieses Bild zeigt euch, dass man auch am Rand des Abgrunds nicht allein sein muss und dass es sich lohnt, Schritt für Schritt zurück ins Licht zu finden. Danke, dass ihr mich auf diesem Teil meiner Reise begleitet.


Details zum Werk:

  • Titel: Silent Roar (Stilles Gebrüll)

  • Entstehungsjahr: 2023

  • Status: Privatbesitz / Unverkäuflich

  • Hinweis für Sammler: Aufgrund der persönlichen Bedeutung bleibt dieses Werk Teil meiner privaten Sammlung im Atelier.

Acrylgemälde eines schwarzen Panthers im Profil auf 50x70 cm Leinwand; symbolische Darstellung der inneren Stärke und des Sieges über die Depression.

Mein Seelentier: Der stille Kämpfer im Schatten

Ein Sieg über die Dunkelheit

Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte oder Therapiestunden. Dieses Werk wurde im Februar 2022 fertiggestellt und markiert einen Wendepunkt in meinem Leben. Es ist für mich weit mehr als nur Acryl auf Leinwand – es ist ein Fenster in eine Zeit, in der ich ein Gefangener meiner selbst war.

Der Moment der Erkenntnis

In einer Phase, in der die Depression mein ständiger Begleiter war, stellte mir meine Therapeutin eine entscheidende Frage: „Mit welchem Tier würdest du dich identifizieren?“

Meine Antwort kam ohne Zögern: Ein Panther. Stark, furchtlos, elegant – und doch verborgen im Schatten. Dieses Bild zeigt mein Seelentier genau in diesem Zustand der Gefangenschaft, aus dem ich damals nach Jahren der Dunkelheit versuchte, einen Ausweg zu finden.

„Der schwarze Panther – Mein Seelentier und Symbol für den Sieg über die Dunkelheit.“
„Acrylgemälde eines schwarzen Panthers im Profil als Symbol für den Sieg über die Depression.“

Symbolik zwischen Licht und Schatten

Das tiefe Schwarz des Panthers verschmilzt fast mit der Dunkelheit, so wie man sich in einer Depression oft unsichtbar und verloren fühlt. Doch ein Detail bleibt wachsam: Das Auge. Es steht für den Kern meines Wesens, der auch in den schwersten Momenten nie ganz erloschen ist.

Technische Umsetzung & Hilfsmittel

Das Werk entstand im Format 50×70 cm (Hochformat) auf Leinwand. Um diese spezielle, fast greifbare Stimmung zu erzeugen, habe ich gezielt folgende Mittel eingesetzt:

  • Farben: Für den Himmel nutzte ich eine Mischung aus Titanium White und Payne’s Grey, um eine kühle, distanzierte Atmosphäre zu schaffen. Der Panther und der Baumstamm wurden mit kraftvollem Mars Black sowie Akzenten in Titanium White und Payne’s Grey ausgearbeitet.

  • Werkzeuge: Ein großer Flachpinsel für die Flächen, ein mittlerer Katzenzungenpinsel (Filbert-Pinsel) für die Strukturen des Baums und ein feiner Long Liner, mit dem ich die fast lebendigen Schnurrhaare und den Lichtreflex im Auge gesetzt habe.

Ein Symbol des Sieges

Heute hängt dieses Bild an meiner Wand – nicht als Mahnung an den Schmerz, sondern als Symbol für meinen persönlichen Sieg. Ich habe den Kampf gegen meinen größten Widersacher für mich entscheiden können. Der Panther ist nicht mehr gefangen; er ist heute ein Ausdruck meiner wiedergewonnenen Stärke.

„Dieses Werk ist eines von nur zwei Bildern, die sich direkt mit meiner Depression beschäftigen. Es erinnert mich jeden Tag daran, dass man aus dem tiefsten Schatten wieder ins Licht treten kann.“


Mein persönliches Fazit zur künstlerischen Wirkung

Künstlerisch betrachtet besticht der „Schwarze Panther“ durch seinen radikalen Minimalismus. Die Entscheidung, das Tier fast vollständig im tiefen Mars Black verschwinden zu lassen, lenkt den Fokus unmittelbar auf das Wesentliche: die Wachsamkeit im Auge und die filigranen Schnurrhaare. Der Kontrast zwischen der groben Struktur der Baumrinde und dem glatten, schattenhaften Fell verleiht dem Bild eine enorme Tiefe. Es strahlt eine Ruhe aus, die jedoch eine latente, kraftvolle Energie in sich trägt – ein modernes, grafisch starkes Werk, das zeigt, wie aus Reduktion maximale Emotion entstehen kann.


Details zum Werk

  • Titel: Schwarzer Panther im Baum

  • Format: 50×70 cm (Hochformat)

  • Status: Unverkäuflich. (Teil der privaten Sammlung)

Waldgeister: Von der Vernichtung zur Vision

Wenn Wälder Geschichten flüstern – Die Rettung der „Waldgeister“

Manchmal braucht Kunst einen zweiten Anlauf, um ihre wahre Seele zu offenbaren. Die Geschichte dieses Bildes beginnt in der Galerie ARTmen in Abbenrode, im Landkreis Wolfenbüttel. Dort lernte ich die Arbeit einer Gruppe von Fotokünstlern kennen (Die Licht-Bildner) – Angelika Souluk, Matthias Grimm, Friedrich Brüggeboss und Hans-Joachim (Hanjo) Biehs. Sie fangen die melancholische Schönheit von Lost Places in unserer Region ein.

Hanjo Biehs überließ mir eine seiner Fotoleinwände: eine herbstliche Waldszene aus dem Woltorfer Forst. Eigentlich wollte er das Werk vernichten, doch ich sah etwas darin, das noch nicht erzählt war. Mit seiner ausdrücklichen Zustimmung als Urheber begann für mich eine Reise des Suchens.

Der Moment des Flows Es dauerte Tage, bis ich den Zugang fand. Doch dann, beeinflusst von den Eindrücken einer Reise durch Süd-England und dem Besuch der Burgruine „Bodiam Castle“ in Kent, war die Idee plötzlich da. Ich wollte die Geister der Vergangenheit sichtbar machen.

Ein kleiner Impuls für euch: Schaut euch das Bild einen Moment an und stellt euch diesen Waldweg einmal ganz ohne den Hirschen und das Mädchen vor. Seht ihr die Stille des leeren Pfades? Genau so sah das Originalfoto aus, bevor die Geschichte in meinem Kopf begann.

Die Umsetzung Ich wollte zeigen, was früher dort gewesen sein könnte. Ich habe diese Begegnung schemenhaft in Weiß in die Fotografie hineingemalt – wie flüchtige Erinnerungen, die verblassen, aber dennoch präsent sind. Einzig zwei kleine Farbtupfer in dezentem Quinacridon Magenta setzen Akzente: ein Schmetterling auf der Hand des Mädchens und die Schleife an ihrem Kleid. Es ist eine Hommage an die Zeit, als die Wälder noch unberührte Urwälder waren.

"Künstlerische Fotoleinwand von kreativ-mit-acryl: Ein herbstlicher Waldweg im Sophiental, in den schemenhaft ein weißer Hirsch und ein kniendes Mädchen gemalt wurden. Magenta Akzente durch einen Schmetterling und eine Schleife."
„Waldgeister (2019) – Eine künstlerische Symbiose: Wo Fotografie auf Acryl trifft und Verborgenes sichtbar macht.“

Als Hanjo Biehs das fertige Werk sah, sagte er einen Satz, der mir bis heute im Gedächtnis geblieben ist: „So könnte es gewesen sein.“

Ein ungeschliffener Diamant Obwohl das Bild bereits 2019 fertiggestellt wurde, hat es bisher noch keine Ausstellungshalle von innen gesehen. Als Quereinsteiger ohne großen Namen ist es oft schwer, Gehör zu finden, da die Maßstäbe der Kunstwelt oft starr und schwer nachvollziehbar wirken. Doch dieses Bild wartet geduldig auf seinen Moment.


💡 Mein Fazit

Kunst sollte nicht an Titeln oder Lebensläufen gemessen werden, sondern an der Geschichte, die sie erzählt, und dem Gefühl, das sie auslöst. Die „Waldgeister“ sind für mich der Beweis, dass Upcycling mehr ist als nur Wiederverwertung – es ist die Rettung einer Seele. Es zeigt, dass Kooperation zwischen Künstlern (Fotografie trifft Malerei) etwas völlig Neues erschaffen kann, das stärker ist als das Original allein.

Wichtiger Hinweis: Dieses Werk ist ein Unikat. Ein Versand ist nicht möglich – nur Abholung oder persönliche Lieferung durch mich.

Acrylmalerei Mohnblumenfeld - Carsten Gebhardt - Mein Weg zurück ins Leben

Wie die Acrylmalerei meine Sprache wurde

Mein Weg zurück ins Licht;

Willkommen in meiner Welt – Ich bin Carsten.
Es gibt Momente im Leben, da verliert man die Sprache. Man verstummt innerlich. Und dann gibt es Momente, in denen man eine völlig neue Stimme findet – eine, die nicht aus Worten besteht, sondern aus Farbe.

Wenn das Leben einen Plan hatte
Wer mich früher in meiner Heimat Braunschweig erlebt hat, kannte mich als einen Mann, der Ordnung und Logik schätzte. Ich habe es geliebt, Dinge mit den Händen zu erschaffen, die eine klare Struktur hatten. Mein Märklin Metallbaukasten, Lego oder Ministeck – das war meine Welt. Dort gab es für alles eine Anleitung, und am Ende passte jedes Teil exakt an seinen Platz.

Dass ich jemals ohne Plan vor einer weißen Leinwand stehen und dort meine Seele ausschütten würde, hätte ich damals für völlig unmöglich gehalten. Kreativität war für mich etwas Technisches, nichts Emotionales.

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Als die Stille alles verschlang
Mein Leben war lange Zeit einfach nur gut. Seit 1990 geht meine Frau mit mir durch dick und dünn, 2002 haben wir unser „Ja“ besiegelt. Wir waren glücklich. Doch am 2. Dezember 2010 blieb die Welt für mich stehen. Ein drastischer Einschnitt riss mir den Boden unter den Füßen weg. Ich erkrankte schwer, und was folgte, war eine dunkle, tiefe Depression. Eine Spirale, die mich immer tiefer zog, bis kaum noch Licht zu sehen war.

„Maus, fang an zu malen.“
In dieser Zeit, als ich selbst keine Hoffnung mehr hatte, sah meine Frau etwas in mir, das ich längst verloren glaubte. Sie gab mir einen Pinsel und sagte diesen einen Satz, der alles veränderte: „Maus, fang an zu malen – das könnte dir helfen.“ Ganz ehrlich? Im ersten Moment dachte ich: „Jetzt spinnt sie völlig. Als ob ich das könnte… als ob das irgendwas ändert.“ Aber sie hatte recht. Sie hatte so unendlich recht.

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Mein Weg zurück ins Licht
Seit 2017 ist die Kunst mein Anker. Meine Bilder sind kein Hobby, sie sind meine Art zu überleben und das Erlebte zu verarbeiten. Wenn du meine Galerie besuchst, siehst du meine Reise zurück ins Leben:

Meine Anfänge: In diesen Werken gab es kein Licht. Es war der Versuch, die bleierne Schwere und die Stille greifbar zu machen, für die ich keine Worte hatte. Ein Spiegel meiner Seele . Mein Heute: Wenn die Farben zurückkehren. Diese Bilder sind meine Antwort auf die Dunkelheit. Jeder Pinselstrich ist ein Ja zum Leben und ein Sieg über die Schatten. So sieht meine Welt heute aus.“

Bild 1: Die Ruine an der Steilküste „Am Abgrund der Stille. Dieses Bild entstand, als ich das Gefühl hatte, nur noch aus Ruinen zu bestehen. Der Sturm am Horizont war mein ständiger Begleiter, und der Boden unter mir schien jeden Moment wegzubrechen.“

Bild 1:  Die Spiegelung im stillen Wasser „Klarheit und neue Tiefe. Die getupften Indigo- und Grüntöne zeigen mir, wie vielschichtig das Leben wieder geworden ist. Im ruhigen Wasser spiegelt sich nicht mehr die Angst, sondern die Schönheit der Welt. Es ist der Moment, in dem die Seele endlich wieder zur Ruhe kommt und die Wellen des Lebens sanft auslaufen.“

Bild 2: Die Person im roten Regenmantel „Einsam in der Regenwand. Das Rot des Mantels war der letzte Rest von mir, der noch sichtbar war. Alles andere verschwamm in einer Welt aus Wasser und Kälte. Ein Leben hinter einem Vorhang aus Tränen und Regen.“

Bild 2: Das Mohnblumenfeld unter dem Morgenhimmel „Das Erwachen der Farben. Das tiefe Rot, das in der Dunkelheit nur als kleiner Regenmantel Schutz bot, hat sich nun ein ganzes Feld erobert. Die Bäume stehen wie eine schützende Umarmung um diesen neuen Morgen, während der Himmel in sanftem Rosa und Gelb den Anbruch einer neuen Zeit verkündet.“

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Die Malerei hat mir geholfen, die dunkle Spirale zu verlassen. Heute blitzt die Depression nur noch ganz selten kurz auf, aber sie hat keine Macht mehr über mich. Ich genieße jeden Augenblick mit meiner Frau, unseren drei Katzen und unseren wunderbaren Freunden.

Von der Therapie zur Leidenschaft
Dass aus diesem privaten Überlebenskampf etwas entstanden ist, das anderen gefällt, grenzt für mich an ein Wunder. Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich meine Bilder einmal ausstellen würde, dass Menschen sie kaufen und ich eine kleine Fangemeinde habe, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Heute hängen meine Werke – ob auf Leinwand oder Stein – in ganz Deutschland, an den Grenzen zu Österreich und der Schweiz und sogar in kleinen B&Bs in Großbritannien.
Mein Herzenswunsch: Ich erzähle dir das alles so offen, weil ich dir Mut machen möchte. Wenn du dich gerade selbst in einer dunklen Phase befindest: Gib nicht auf. Such dir deinen „Pinsel“ – egal, was es ist. Es gibt einen Weg heraus.

 

Möchtest du eines meiner Werke in dein Zuhause holen? Schau gerne in meiner Galerie vorbei – viele Bilder können direkt in Braunschweig abgeholt oder sicher versendet werden.“

 

Danke, dass du Teil meiner Reise bei Kreativ-mit-Acryl bist.

Tall Winter Grass

Tall Winter Grass

Winterstille am See: Mein neues Werk „Tall Winter Grass“

In den vergangenen Tagen hat der Winter bei uns endlich richtig Einzug gehalten. Mit den Schneewehen, der klirrenden Kälte und den zugefrorenen Gewässern kam auch die Inspiration für mein neuestes Bild zu mir.

Ein Ort, der Kraft gibt

Wer mich kennt, weiß: Neben der Malerei bin ich seit 1998 leidenschaftlicher Angler. Das Ufer ist mein Rückzugsort. Schon lange vor meiner schweren Erkrankung und den dunklen Zeiten der Depression zog es mich ans Wasser. Heute genieße ich diese Momente mehr denn je – wenn ich mit meiner Frau am Ufer sitze, wir die Stille genießen und nur das ferne Zwitschern der Vögel hören. Man ist allein mit der Natur, und das gibt mir unendlich viel Kraft.

Dieses Bild zeigt genau diesen Ausblick: Den Schilfgürtel, der uns umgab und bis weit in das gefrorene Wasser hineinreichte.

Acrylgemälde von Carsten: Winterliches Schilf am gefrorenen See mit weichen Spiegelungen auf dem Eis und einem farbintensiven Abendhimmel.
„Ein Moment voller Stille: Das frostige Schilf am See, gemalt mit dem Fächerpinsel. In diesem Bild habe ich die Kraft und Ruhe festgehalten, die mir die Natur im Winter gibt.“

Die Entstehung: Schritt für Schritt auf der Leinwand

Für dieses Projekt habe ich eine 40×50 cm Leinwand von Liquitex im Querformat gewählt. Wie gewohnt habe ich den Rand mit Malerkrepp abgeklebt, um nach Abschluss der Arbeit einen sauberen, weißen Rahmen zu erhalten.

Grundierung und Vorbereitung

Zuerst trug ich mit dem Palettenmesser den Trocknungsverzögerer von Marabu auf und verteilte ihn mit der weichen Seite eines Haushaltsschwamms. Darauf folgte das weiße Gesso von Winsor & Newton. Anders als sonst habe ich die lange Offenzeit des Verzögerers voll ausgenutzt und sofort nass-in-nass mit dem Malen begonnen.

Himmel und Atmosphäre

Für den Himmel verwendete ich die Acrylfarben von Winsor & Newton in den Tönen: Prussian Blue, Vermillion, Cadmium Orange (HUE), Crimson und Lemon Yellow.

  • Technik: Erst mit einem großen Rundpinsel getupft, dann mit einem harten Borsten-Flachpinsel in beide Richtungen verwischt. Ein schmaler Verblender-Pinsel sorgte für den letzten Schliff.

Wald, Eis und Spiegelungen

  • Der Wald: Getupft mit Naturschwamm und Borstenpinsel (Mars Black, Burnt Sienna, Yellow Ochre). Die Baumstämme habe ich mit dem Malmesser und Titanium White angedeutet.

  • Das Eis: Da der See zugefroren ist, habe ich die Umrisse mit einem weichen Verblender-Pinsel ganz leicht und schwunghaft nach unten gezogen, um die Spiegelung auf dem Eis zu kreieren.

Das „Tall Grass“ im Detail

Das Schilf entstand mit dem Fächerpinsel und schnellen Halbkreisbewegungen aus dem Handgelenk. Den Schneeüberzug habe ich mit drei verschiedenen Long-Linern und Titanium White direkt in die noch feuchte Farbe gesetzt. Hierbei habe ich die verzögerte Trocknung voll ausgenutzt, um die frostige Struktur des Grases lebendig wirken zu lassen.


Projektdetails im Überblick

  • Künstler: Carsten Gebhardt

  • Titel: Tall Winter Grass

  • Format: 40×50 cm (Querformat)

  • Material: Acrylfarben, Gesso und Medium von Winsor & Newton

  • Besonderheit: Handgemaltes Unikat auf Liquitex-Leinwand.

  • Versand/Übergabe: Nur Abholung oder persönliche Lieferung nach Absprache.


Mein Fazit

Dieses Bild bedeutet mir viel, weil es die Ruhe einfängt, die mir in schweren Zeiten geholfen hat. Es zeigt mir, dass man auch aus der tiefsten Kälte und Stille etwas Wunderschönes und Kraftvolles erschaffen kann. „Tall Winter Grass“ ist für mich ein Stück meiner eigenen Geschichte auf Leinwand.

Acryl-Himmel: Mein Weg zum „Bob Ross Effekt“

Viele Bewunderer der Nass-in-Nass-Technik stehen vor dem gleichen Problem: Bob Ross malte mit Ölfarben, die extrem lange offen bleiben. Für uns Acrylmaler trocknet die Farbe oft viel zu schnell. Um trotzdem diesen weichen, nebeligen Effekt zu erzielen, habe ich eine Methode entwickelt, die zwei Welten verbindet.

Die Vorbereitung: Das Fundament für den Verlauf

Der wichtigste Schritt passiert, noch bevor die erste Farbe auf die Leinwand kommt. Damit die Acrylfarben überhaupt gleiten können, bereite ich den Untergrund in zwei präzisen Schritten vor:

  1. Der Retarder-Auftrag: Zuerst trage ich einen Trocknungsverzögerer von Marabu mit einem diamantförmigen Paletten Messer auf die Leinwand auf. Hierfür könnt ihr natürlich auch jedes andere Malmesser verwenden – wichtig ist nur, dass es schmal genug ist, damit es problemlos durch die Öffnung in den Topf des Trocknungsverzögerers passt. Um eine absolut gleichmäßige Schicht zu erhalten, verteile ich das Medium anschließend mit der weichen Seite eines leicht feuchten Haushaltsschwamms über die gesamte Fläche. Das ist die Basis, damit wir später genug Zeit zum Verblenden haben.

  2. Die Gesso-Basis: Direkt im Anschluss arbeite ich das Gesso (White) von Winsor & Newton mit einem mittelgroßen Flachpinsel ein. Diese Kombination hält die Oberfläche offen und ist der entscheidende Faktor, um später im Himmel diesen leuchtenden Wolkeneffekt zu erzielen.

Damit meine Farbmischung (Prussian Blue, Winsor Blue, Violett etc.) über Stunden geschmeidig bleibt, nutze ich eine Stay-Wet-Palette, ausgelegt mit zwei nassen Küchentüchern und Butterbrotpapier.

Mein Tipp für Selbermacher: Es muss nicht sofort die teure Profi-Palette sein. Du kannst euch ganz einfach eine Alternative aus Dingen basteln, die ihr vielleicht schon zu Hause habt – zum Beispiel ein ausrangiertes Plastiktablett oder ein rechteckiger Deckel von einer Aufbewahrungsbox. Wichtig ist nur, dass das Gefäß einen erhöhten Rand hat, damit die Feuchtigkeit der Tücher gut gehalten wird und nichts austrocknet oder überläuft.

Schritt 1: Der Farbauftrag & Wolken-Effekt

Mit einem großen Rundpinsel trage ich die Farben abwechselnd tupfend auf die Leinwand auf, bis knapp über die Hälfte. Hier zeigt sich die Stärke des weißen Gesso: Es mischt sich direkt auf der Leinwand mit den feuchten Farben und lässt die hellen Partien des Himmels sowie die Wolkenstrukturen weich und natürlich hervortreten.

Schritt 2: Das erste Verblenden

Jetzt nehme ich einen mittelgroßen, weichen Borsten-Flachpinsel. Ich wische die Farben in einer fließenden Bewegung von links nach rechts nach oben hin aus. Danach wiederhole ich das Ganze in umgekehrter Folge nach unten, um die Übergänge zu glätten.

Schritt 3: Das finale Finish

Um den typischen, fast nebelartigen Look zu erreichen, kommt ein sehr weicher, großer Flachpinsel zum Einsatz. Mit ganz leichtem Druck verblende ich die Farben ein zweites Mal. Das nimmt die letzten Pinselspuren heraus und sorgt für die nötige Tiefe. Da die Kombination aus Marabu-Verzögerer und Gesso die Trocknung stark verlangsamt, lasse ich das Ergebnis zwei Tage durchtrocknen, bevor ich mit den weiteren Details fortfahre. 

Hier siehst du das Ergebnis dieser Technik:

„Himmel-Farbverlauf mit Acrylfarben in Nass-in-Nass-Technik, erstellt mit Marabu Retarder und Winsor & Newton Gesso von kreativ-mit-acryl.“

Mein Tipp für Eilige (mit Warnhinweis!): Wer nicht so lange warten möchte, kann die Trocknung mit einem Föhn beschleunigen. Aber hier ist absolute Vorsicht geboten: Geht niemals zu nah mit dem Föhn an die nasse Leinwand heran! Dafür gibt es zwei wichtige Gründe:

  1. Zerstörung des Bildes: Die starke Hitze und der Luftzug können eure bisherige Arbeit unwiderruflich zerstören (Risse oder Blasen in der Farbschicht).

  2. Brandgefahr: Selbst auf kleiner Stufe besteht die Gefahr, dass die Leinwand Feuer fängt. Acrylfarben und die Baumwolle der Leinwand sind brennbar.

Haltet also immer einen Sicherheitsabstand und nutzt den Föhn nur mit Bedacht!

Fazit: Traut euch an den Himmel!

Die Nass-in-Nass-Technik mit Acryl braucht am Anfang ein wenig Fingerspitzengefühl und die richtige Vorbereitung, aber das Ergebnis spricht für sich. Mit der Kombination aus Verzögerer und Gesso nehmt ihr dem Acryl die Eile und gewinnt die kreative Freiheit zurück, die man sonst nur von der Ölmalerei kennt.

Lass dich nicht entmutigen, wenn der erste Verlauf noch nicht perfekt ist – jeder Pinselstrich lehrt dich mehr über das Zusammenspiel der Materialien. Jetzt bist du dran! Hast du diese Technik schon einmal ausprobiert oder hast du Fragen zu den einzelnen Schritten? Schreib es mir gerne in die Kommentare. Ich freue mich riesig, wenn du deine eigenen Himmel-Ergebnisse mit mir teilst – vielleicht sogar direkt hier unter diesem Beitrag oder auf Social Media!

Viel Freude beim Ausprobieren und bleibt kreativ!

Stonehenge: Eine Aura aus Stein und Gänsehaut

– Mein Weg zur Nass-in-Nass-Technik

Es gibt Orte, die eine Geschichte flüstern, die man nicht mit den Ohren, sondern mit dem Herzen hört. Für meine Frau und mich ist Stonehenge so ein Ort. Seit unserem ersten Urlaub in Südengland im Jahr 2019 zieht es uns magisch dorthin zurück. Sogar während der Pandemie ließen wir es uns nicht nehmen, diesen geschichtsträchtigen Boden zu besuchen. Es ist eine Tradition geworden: Wann immer wir in unseren Sommerurlaub nach Cornwall aufbrechen, legen wir bei Stonehenge eine Rast ein. Es ist der Moment, in dem der Alltag abfällt und der Urlaub beginnt.

Diesen Ort umgibt eine „Aura“, die man kaum beschreiben kann. Ich sehe es jedes Mal bei meiner Frau: Sobald wir den Steinkreis besuchen oder auch nur daran vorbeifahren, bekommt sie eine spürbare Gänsehaut. Auch ich spüre diese Energie, diese tiefe Verbundenheit mit der Vergangenheit, auch wenn es bei mir vielleicht nicht ganz so intensiv ist wie bei ihr. Dieses Gefühl – diese Mischung aus Ehrfurcht und Ruhe – wollte ich nun endlich auf die Leinwand bringen.

"Acrylmalerei von Stonehenge bei dramatischem Himmel, gemalt in Nass-in-Nass-Technik auf Leinwand von kreativ-mit-acryl."
Mein Stonehenge – Mit Acrylfarben die mystische Aura eines besonderen Ortes eingefangen.

Die Vorbereitung: Das Fundament für die Ewigkeit

Bevor ich mit dem eigentlichen Malen begann, widmete ich der Leinwand meine volle Aufmerksamkeit. Ich wollte einen sauberen, professionellen Look, also klebte ich zuerst die vier Ränder akribisch mit Malerkrepp ab, um einen weißen Rahmen zu schaffen.

Um die besondere Technik umzusetzen, brauchte ich eine Arbeitsfläche, die nicht sofort trocknet. Ich trug einen Trocknungsverzögerer von Marabu mit einem Spachtel auf und verteilte ihn mit der weichen Seite eines leicht feuchten Haushaltsschwamms gleichmäßig über die gesamte Leinwand. Erst danach folgte das Gesso (White) von Winsor & Newton, das ich mit einem Flachpinsel einarbeitete. Diese Schichtung war die Basis für alles, was folgte.

Die Herausforderung: Bob Ross’ Erbe in Acryl

Mein Vorbild für den Himmel war die berühmte Nass-in-Nass-Technik von Bob Ross. Da er jedoch mit Öl malte, musste ich mir für meine Acrylfarben eine eigene Alternative suchen, um diesen weichen, nebeligen Effekt zu erzielen.

Auf meiner Stay-Wet-Palette von Daler-Rowney, die ich mit zwei nassen Küchentüchern und Butterbrotpapier präpariert hatte (damit die Farben über Stunden feucht bleiben), mischte ich meine Auswahl von Winsor & Newton:

  • Prussian Blue, Winsor Blue und Winsor Violet für die Tiefe des Himmels.

  • Burnt Sienna, Payne’s Grey, Titanium White und Mars Black für die dramatischen Wolkenstrukturen.

Mit einem großen Rundpinsel tupfte ich diese Farben abwechselnd bis knapp über die Hälfte der Leinwand auf. Dann kam die Feinarbeit: Zuerst nutzte ich einen mittelgroßen, weichen Borsten-Flachpinsel und wischte die Farben von links nach rechts nach oben, dann in umgekehrter Folge wieder nach unten, um sie sanft ineinander zu verblenden. Zum krönenden Abschluss nahm ich einen sehr weichen, großen Flachpinsel und verblendete das Ganze ein zweites Mal. Erst als dieser perfekte, weiche Übergang erreicht war, ließ ich das Bild zwei Tage lang vollständig durchtrocknen.

Den Steinkreis zum Leben erwecken

Die monumentalen Steine habe ich zunächst auf Transferpapier gezeichnet und dann präzise auf die Leinwand übertragen. Für die Umsetzung der Details wählte ich ganz spezifische Werkzeuge:

  • Der Wald: Für die Bäume am Horizont mischte ich Mars Black und Hooker’s Green. Aufgetragen habe ich sie mit einem sehr feinen, kleinen Borsten-Rundpinsel, um die Struktur der Baumkronen einzufangen.

  • Der Nebelschleier: Unterhalb der Wälder wollte ich eine geheimnisvolle Tiefe erzeugen. Dafür nutzte ich Payne’s Grey und Parchment (Liquitex). Mit einem Rundpinsel und einem kleinen, weichen Fächerpinsel arbeitete ich dabei Matt-Medium ein, um diesen zarten, schleierhaften Effekt zu erzielen.

  • Der Steinkreis: Die Steine selbst erhielten ihre Textur durch Mars Black, Payne’s Grey, ein wenig Burnt Sienna und Matt-Medium.

Die Landschaft von Südengland

Für den Untergrund und die weiten Wiesen Englands griff ich tief in den Farbtopf: Hooker’s Green, Sap Green, Permanent Light Green und Olive Green. Den Weg, der an den Steinen vorbeiführt, deutete ich mit Raw Sienna und einer Nuance aus Payne’s Grey und Titanium White an.

Um die Wiese so lebendig wie möglich zu gestalten, setzte ich einen Borsten-Fächerpinsel ein. Mit einem kleinen, weichen Fächerpinsel tupfte ich schließlich Akzente in Cadmium Red (HUE) und Permanent Alizarin Crimson ein – kleine Farbtupfer, die das satte Grün aufbrechen.

Mein Anspruch an Qualität

Für mich als Künstler hinter kreativ-mit-acryl steht die Qualität an erster Stelle. Deshalb verwende ich bevorzugt die Farben von Winsor & Newton. Die Pigmentierung ist deutlich hochwertiger und intensiver als beispielsweise bei Zena Color, was man besonders bei den feinen Nuancen dieses Bildes sieht.

Dieses Werk ist für mich mehr als Technik – es ist die Gänsehaut meiner Frau, unsere gemeinsame Reisezeit und die Magie eines Ortes, der seit Jahrtausenden die Zeit überdauert.

Mein Geheimnis für Acrylmalerei auf Stein

Ein Stück North Devon auf Schiefer: Ein Geschenk aus dem Herzen

Heute möchte ich euch in meinem Atelier ein ganz besonderes Projekt vorstellen. Es ist eine Arbeit, die mir persönlich sehr viel bedeutet, denn sie verbindet meine Leidenschaft für die Malerei mit einem Ort, der für mich ein Ankerpunkt in schweren Zeiten geworden ist.

Die Geschichte hinter dem Stein

Seit zwei Jahren verbringen meine Frau und ich unseren Herbsturlaub an der Küste von North Devon, in der Nähe von Higher Clovelly. Unser Rückzugsort dort ist das B&B Sierra Hill. Die Gastwirtin Becky ist die Seele des Hauses – ihre Herzlichkeit, das wunderbare Frühstück und ihre wertvollen Ausflugstipps machen jeden Aufenthalt besonders.

Für mich ist diese Zeit an der Küste weit mehr als nur Urlaub. Die raue Natur und die Ruhe helfen mir, meine schwere Erkrankung für einen Moment zu vergessen und wirken meiner Depression entgegen. Als wir dort einen Stapel alter Dachschieferplatten entdeckten, kam mir die Idee: Ich wollte ein Stück dieses Ortes in Kunst verwandeln. Als Dankeschön für Beckys Mühe und die Sauberkeit, mit der sie ihr Haus führt, werden wir ihr dieses Bild bei unserem nächsten Besuch in diesem Jahr schenken.

Der technische Aufbau: Profi-Haftung auf Naturschiefer

Da Schiefer ein sehr harter und nicht saugender Untergrund ist, habe ich beim Schichtaufbau keine Kompromisse gemacht:

  1. Die Haftbrücke: Zuerst habe ich die Platte mit GOLDEN Acrylpolymer GAC 200 lackiert. Dieser harte Oberflächenfilm sorgt dafür, dass die nachfolgenden Schichten perfekt auf dem Stein haften.

  2. Der Rahmen: Nach der Trocknung des GAC 200 habe ich die rustikalen Ränder mit Malkrepp abgeklebt. So blieb der natürliche Charakter des Schiefers am Rand erhalten, während im Zentrum ein sauberer „Rahmen“ für das Motiv entstand.

  3. Die Grundierung: Erst jetzt folgte das White Gesso von Winsor & Newton, das ich einen vollen Tag lang trocknen ließ, um eine ideale Basis für die Acrylfarben zu schaffen.

Von der Skizze zum Motiv

Um die Komposition aus Bergen, Bäumen und der kleinen Insel exakt zu übertragen, habe ich mit Transferpapier gearbeitet:

  • Zuerst habe ich die Umrisse der Landschaft auf das Papier gezeichnet.

  • Die Rückseite wurde mit einem schwarzen Kohlestift nachgezogen.

  • Anschließend habe ich das Motiv auf die Schieferplatte gelegt und die Linien mit einem Bleistift durchgedrückt.

Die Farbpalette: Licht und Schatten einfangen

Für dieses Projekt habe ich hochwertige Acrylfarben von Winsor & Newton verwendet. Jede Nuance wurde gezielt gewählt, um die besondere Atmosphäre von North Devon einzufangen:

  • Der Himmel: Eine weiche Mischung aus Cerulean Blue, Winsor Violet, Opera Rose und Cadmium Yellow. Diese Farben verleihen dem Horizont dieses warme, fast magische Leuchten.

  • Die Berge: Um Tiefe und Schwere zu erzeugen, kamen Payne’s Grey, Schwarz und Prussian Blue zum Einsatz.

  • Wald und Strand: Die Naturtöne entstanden aus Hooker’s Green, Lemon Green, Lemon Yellow, sowie erdigen Nuancen wie Burnt Sienna und Yellow Ochre, schattiert mit etwas Payne’s Grey.

  • Wasser und Gischt: Hier sorgt reines Titanium White für die nötige Spritzigkeit und Frische an den Ufern.

  • Die Details: Die Vögel am Himmel wurden präzise mit Mars Black und Titanium White gesetzt.

Werkzeuge im Atelier

Nicht nur die Farben, sondern auch das richtige Werkzeug war entscheidend für die verschiedenen Texturen auf dem rauen Schiefer:

  • Pinsel-Mix: Ich habe mit einer Auswahl aus flachen Pinseln, großen und mittleren Rundpinseln sowie kleinen Katzenzungen (Filbert) gearbeitet.

  • Feinarbeit: Für die filigranen Linien kamen zwei Long Liner zum Einsatz.

  • Effekte: Ein kleiner Borsten-Rundpinsel und ein kleiner Aquarell-Naturschwamm halfen mir dabei, die organischen Strukturen der Bäume und des Wassers lebendig zu gestalten.

Das Ergebnis: Ein fliederfarbenes Leuchten

Das fertige Bild zeigt die mystische Stimmung, die wir in North Devon so lieben. Die sanften Fliedertöne des Himmels spiegeln sich im Wasser wider und bilden einen starken Kontrast zu den dunklen, majestätischen Bergen und den leuchtend grünen Tannen. Durch den abgezogenen Krepprand wirkt der Naturschiefer nun wie ein edler, massiver Rahmen.

©2026 kreativ-mit-acryl

Dieses Bild ist für mich ein Symbol der Hoffnung und der Dankbarkeit. Ich kann es kaum erwarten, Beckys Gesicht zu sehen, wenn wir es ihr überreichen.

Die Herausforderung: Stein vs. Leinwand

Obwohl ich bereits Erfahrung mit dem Bemalen von Kieselsteinen gesammelt hatte, war diese Schieferplatte eine ganz neue Ebene der Herausforderung. Kieselsteine sind schon „heikel“, aber die große Fläche der Dachplatte Verzeiht weniger.

Ich hatte während des gesamten Prozesses diesen einen Gedanken im Kopf: „Bloß keine Fehler machen, du kannst es hier nicht einfach ausbessern!“ Diese Ehrfurcht vor dem Material hat mich sehr konzentriert arbeiten lassen. Ein kleiner Anker der Sicherheit war dabei der Aquarell-Naturschwamm. Da ich ihn schon oft für Wolken, Büsche oder Bäume in meinen anderen Bildern verwendet habe, fühlte sich dieser Teil der Arbeit vertraut und leicht an. Er war das perfekte Werkzeug, um die organischen Strukturen der Landschaft auf den harten Stein zu zaubern.

Am Ende habe ich es geschafft – und das Gefühl, wenn man das fertige Bild sieht und weiß, dass jede Entscheidung auf dem Stein gesessen hat, ist unbeschreiblich. Fürs Erste bleibt es genau so, wie es ist: ein geglücktes Experiment und ein Geschenk voller Herzblut.

Hinter den Kulissen:

Hinter den Kulissen:

Wo meine Farben ihre Geschichte erzählen

Eigentlich bin ich niemand, der gerne die Fassade hochhält. Wenn ihr meine Webseite kreativ-mit-acryl besucht, seht ihr oft das bunte, fertige Ergebnis. Aber heute möchte ich euch mit „hinter die Kulissen“ nehmen – dorthin, wo es nicht immer hell war.

Es fiel mir nicht in den Schoß

Manche glauben, man wird mit einem Pinsel in der Hand geboren. Bei mir war das Gegenteil der Fall. Das Malen war kein Hobby, das ich mir ausgesucht habe, weil ich gerade zu viel Zeit hatte. Es war die Antwort auf eine verdammt harte Zeit. Seit November 2010 schleppe ich eine schwere Erkrankung mit mir herum, die mich bis heute nicht ganz loslässt. Und als wäre das nicht genug, kam 2012 die Depression dazu. Ein dunkler Begleiter, der mich bis Anfang 2020 fest im Griff hatte und auch heute noch manchmal anklopft, wenn er getriggert wird.

„Du spinnst!“ – Der Moment im Schnäppchenmarkt

Der Wendepunkt kam an einem Ort, an dem man keine Lebensveränderung erwartet: an der Kasse im Schnäppchenmarkt. Ich stand da, völlig festgefahren, als meine Frau mich zur Seite zog und ganz trocken meinte: „Wie wär’s, wenn du anfängst zu malen?“

Ich sah sie an und dachte nur: Du spinnst. Malen? Ich? In Malbüchern mit Buntstiften rumkritzeln war absolut nicht mein Ding. Aber sie ließ nicht locker. „Nein“, meinte sie, „Leinwand, Pinsel und Acrylfarbe.“ Ich hatte keine Ahnung von Acryl, ich hatte nie einen Kurs besucht, ich war absoluter Laie. Ich wusste nicht mal, wie man überhaupt anfängt.

Die ersten Gehversuche (und warum ich sie noch heute habe)

Wochenlang passierte nichts. Die Zweifel waren riesig. Kann ich das überhaupt? Mit Mitte 40? Als ich mich dann endlich traute, sah das erste Bild aus, als hätte es ein dreijähriges Kind gemalt. Aber meine Frau meinte nur: „War doch gar nicht so schwer.“

Ich habe diese ersten zehn Bilder heute noch. Sie sind nicht perfekt, aber sie sind der Beweis für meinen Aufbruch. Während meiner Therapie riet mir meine Psychologin fast zeitgleich, ich solle kreativ gegen die Depression angehen. Ich dachte echt, die beiden hätten sich abgesprochen! Aber genau das war der Weg.

Mein größter Fan und mein Anker

Meine Frau ist seit diesen ersten Anfängen mein aller größter Fan. Sie hat einen Blick für mich, den sonst niemand hat. Sie ist die Erste, der es auffällt, wenn meine Stimmung mal wieder kurz dunkel wird. Dann sagt sie oft: „Da warst du wohl wieder nicht in der Stimmung“ – und sie hat recht. Sie spürt sofort, wenn die Depression wieder kurz aufflammt. Aber sie war es auch, die mich damals ans Licht geschubst hat.

Wenn aus Dunkelheit Licht wird

Mit jedem Bild lichtete sich der Schleier. Ich schaute YouTube-Videos, vernetzte mich per Zoom und Teams mit anderen, um besser zu werden. Und plötzlich veränderten sich meine Bilder. Früher waren sie tief, dunkel, schwer – genau wie meine Stimmung. Aber nach einem Urlaub in Südwest-England platzte der Knoten. Mein Kopf war so voller Eindrücke, dass die Farben auf der Leinwand plötzlich strahlten. Die Zeit, in der die Depression mich beherrschte und meine Stimme fast nicht mehr zu hören war, war vorbei.

Ein Geschenk, das bleibt

Dass ich es vor der Pandemie sogar in vier Ausstellungen geschafft habe, hätte ich am Anfang meines Weges niemals für möglich gehalten. Dass meine Bilder heute in ganz Deutschland, in der Schweiz, in Österreich und in kleinen B&Bs in England hängen, ist für mich das größte Geschenk.

Heute ist die Depression nur noch ein seltener Gast. Wenn sie mich triggert, weiß ich, was zu tun ist: Ich gehe mit Farbe dagegen an. Kreativ zu sein bedeutet für mich Freiheit. Jedes Bild ist ein Stück von mir und zeigt den Weg, den ich gegangen bin, um kein Gefangener meiner selbst mehr zu sein.

Danke, dass ihr mich auf diesem Weg begleitet.

Bunte Welt der Tiere

Bunte Welt der Tiere

– Wie ich mir mein Leben zurück gemalt habe

Wenn ich heute vor meiner Bilderserie „Bunte Welt der Tiere“ stehe, sehe ich nicht nur Acrylfarbe auf Leinwand. Ich sehe zwei Jahre meines Lebens – die Jahre 2017 bis 2019. Es war eine Zeit, in der ich nicht nur gegen eine schwere Erkrankung kämpfte, sondern auch meiner Depression den Krieg erklärt hatte. Jedes dieser Bilder/Kunstwerke ist ein stummer Zeuge dieses Kampfes und mein ganz persönlicher Weg zurück ins Licht.

Für mich ist diese Serie viel mehr als nur ein künstlerisches Projekt. Sie ist mein Seelentagebuch. Wenn ihr euch die Motive und die Farben anseht, könnt ihr genau spüren, wie es mir an jenem Tag ging. Es gibt Tage, die sind tiefschwarz wie die Nacht, und es gibt Tage, die leuchten in den Farben eines Sonnenuntergangs oder wirken mystisch und verzaubert. Die Tiere – vom majestätischen Adler über den sanften Buckelwal bis hin zu den filigranen Libellen – waren in dieser Zeit meine wichtigsten Begleiter.

 

Momente, die heute andere berühren

Einige meiner Werke haben mich inzwischen verlassen. Sie wurden während oder nach meinen Ausstellungen verkauft und hängen heute in privaten Räumen. Auch wenn sie nicht mehr bei mir sind, bleibt die tiefe Verbindung bestehen. Fünf dieser Bilder möchte ich euch besonders ans Herz legen, weil sie Schlüsselmomente meiner Heilung einfangen:

  • „Aufbruch“: Ein Bild voller Sehnsucht. Ein Reiher steht am Ufer, während am dunkelblauen Horizont zwei andere der Ferne entgegenfliegen. Das Rot-Orange des Himmels spiegelt sich im Wasser – für mich ein Symbol für die Hoffnung, die langsam wieder erwachte.

  • „Buckelwal“: Er bricht mit aller Kraft aus der Wasseroberfläche aus. Vor dem grauen, winterlichen Himmel und der einsamen Insel wirkt er wie ein Symbol für die Freiheit, die ich mir so sehr zurückgewünscht habe.

  • „Marty das Zebra“: Ein Moment der Sanftheit. Marty reckt sich nach einer Rose, die von links ins Bild ragt. Der Hintergrund ist verschwommen, fast wie im Nebel – so wie sich die Welt manchmal anfühlt, wenn man versucht, das Schöne wieder greifen zu können.

  • „Loch Ness“: Gemalt in tiefem Indigo und Phthalo Green. „Nessi“ schwimmt unter einem Vollmond zur Oberfläche. Es ist ein mystisches Bild, das für das steht, was tief im Verborgenen liegt und doch nach oben drängt.

  • „Weihnachtswaschbär“: Mein kleiner Schalk. Er trägt eine verrutschte Weihnachtsmütze und hält eine Christbaumkugel fest. Das Faszinierende: Seine Augen verfolgen euch, egal wo ihr im Raum steht. Er lässt euch nicht aus den Augen – so wie ich den Blick auf meine Genesung nicht verlieren durfte.

 

Meine Anker: Der Sprung in die Freiheit und das Feuer des Lebens

Wenn man mich fragt, welche Bilder mir in der schwersten Phase am meisten Kraft gegeben haben, dann sind es zwei ganz besondere Motive. Sie stehen für den Moment, in dem ich mich entschied, nicht mehr aufzugeben:

Da ist zum einen der Buckelwal, der mit seiner massiven Kraft die Wasseroberfläche durchbricht. Für mich symbolisiert er den Ausbruch aus der Tiefe, das Luftholen nach einer langen Zeit unter Wasser.

Und dann ist da die Silhouette eines Hengstes, der sich aufbäumt. Hinter ihm nichts als eine Wand aus lodernden Flammen. Dieses Bild ist für mich das reinste Symbol meines Kampfes gegen die Depression. Es zeigt den Mut, stehenzubleiben, auch wenn die Welt um einen herum brennt, und sich mit aller Kraft aufzubäumen.

Diese Serie zu malen, hat mir geholfen, meine Gefühle zu kanalisieren. Ich habe die Farben genutzt, um das auszudrücken, wofür ich damals keine Worte hatte. Ich lade euch ein, mit mir in diese bunte Welt einzutauchen – eine Welt, die zeigt, dass nach jeder dunklen Nacht die Farben zurückkehren können.

Alle hier gezeigten Bilder sind ©2026 Kreativ-mit-Acryl
und dürfen nicht ohne vorherige Ausdrückliche Genehmigung verwendet werden