The Heavy Pulse: Ein Cornwall-Moment in Schwarz-Weiß

The Heavy Pulse of Oceans (Der schwere Puls der Ozeane)

Manchmal braucht eine Inspiration Monate, um zu reifen, bevor sie mit voller Wucht auf die Leinwand trifft. Dieses Werk ist das Ergebnis einer Reise, die mich letzten Sommer an die Küste von Cornwall führte.

Eine kontrastreiche Schwarz-Weiß-Acrylmalerei eines Wals, der in einer stürmischen Brandung vor einer steilen Küstenlinie aus dem Wasser bricht. Die massive dunkle Fluke steht im Zentrum, während weiß aufpeitschende Gischt und wabernder Nebel eine dramatische, raue Atmosphäre erzeugen.
„The Heavy Pulse of Oceans – Dynamik in Schwarz & Weiß.“

Die Inspiration: Zwischen Penzance und Land’s End

Der Ursprung dieses Bildes liegt in einem 2,5-stündigen Coast Boat Trip, den wir in Penzance gebucht hatten. Von der Mounts Bay aus führte uns die spektakuläre Route entlang der dramatischen Küstenlinie in Richtung Land’s End. Es ist eine der produktivsten Buchten Europas für Meeresbewohner, und was ich dort erleben durfte, hielt ich bisher für fast unmöglich: Delfine, Tümmler, Schweinswale und Robben aus nächster Nähe.

Besonders beeindruckend waren die Delfine, die wie in einem Film neben unserem mit zwei PS-starken Außenbordmotoren bestückten Powerboat herjagten. Auch wenn man in der Mounts Bay eher Schweinswale statt Buckelwale sieht, blieben diese Eindrücke tief in mir hängen. In meiner Vorstellung sprangen sie aus dem Wasser – ein Bild, das ich nun, Monate später, an einem Wochenende auf die Leinwand brachte.

Die künstlerische Vision: Drama in Schwarz-Weiß

Obwohl wir bei unserem Trip Sonnenschein hatten, wollte ich für dieses Werk eine dramatische Stimmung erzeugen. Nebel, der von der Küste Richtung Meer wabert, ein bedeckter Himmel und Wasser, das in ständiger Bewegung ist. Passend dazu wählte ich eine rein monochrome Palette – inspiriert durch den Songtitel „Black or White“ von Michael Jackson. Der Verzicht auf Farbe unterstreicht die Urgewalt und die zeitlose Tiefe der Szene.

Der Entstehungsprozess & Technik

Das Werk entstand auf einer 40 x 40 cm Leinwand in einer speziellen Nass-in-Nass-Technik, die an Bob Ross erinnert, aber meine eigene Handschrift trägt:

  1. Vorbereitung: Die Ränder wurden mit Malerkrepp abgeklebt, um einen sauberen Rahmen zu erhalten. Zur Staubentfernung wurde die Leinwand mit einem feuchten Flachpinsel gereinigt.

  2. Grundierung & Retarder: Ich trug den Retarder von Winsor & Newton direkt auf die Leinwand auf, um die Offenzeit der Acrylfarben zu verlängern. Hierbei war Fingerspitzengefühl gefragt, da ich ihn nicht wie üblich einmischte, sondern als Gleitmittel für die Verblendung nutzte.

  3. Farbaufbau: Ohne Gesso, nur mit Mars Black und Titanium White sowie Matt Medium, begann ich im unteren Bereich mit Schwarz und arbeitete mich mit Weiß nach oben.

  4. Verblendung: Mit einem sehr weichen Verblender-Pinsel schuf ich die Übergänge vom Horizont aufwärts. Nach dem Antrocknen nutzte ich die Restfeuchte des Retarders, um die Schattierungen der Küstenlinie und den wabernden Nebel einzuarbeiten.

  5. Details: Den Wal malte ich freihändig ohne Vorlage. Die Wellen und die aufpeitschende Gischt entstanden mit einer Katzenzunge (Filbert) und einem kleinen, weichen Fächerpinsel.

 

Verwendete Hilfsmittel

Kategorie Details
Format 40 x 40 cm Leinwand
Farben Mars Black, Titanium White
Medien Retarder (Winsor & Newton), Matt Medium
Werkzeuge Fächerpinsel, Katzenzunge (Filbert), Verblender, Longliner

Fazit

Dieses Bild war das erste Werk, auf dessen Umsetzung ich mich schon im Vorfeld riesig gefreut habe. Das Motiv des springenden Wals war klar, doch das finale Ergebnis entwickelte sich während des Malens.

Künstlerische Bewertung: Die Entscheidung für die monochrome Palette verleiht der Szene eine dramatische Tiefe. Besonders der Kontrast zwischen der dunklen Silhouette der Klippen und dem strahlenden Weiß der Gischt erzeugt eine starke visuelle Spannung. Die Fluke als zentraler Fokuspunkt wirkt massiv und schwer – man spürt förmlich die Energie, mit der sie die Wasseroberfläche durchbricht. Es ist ein Werk, das die Unbezähmbarkeit der Natur und den „schweren Puls“ des Ozeans in einem flüchtigen Augenblick festhält.


Ein Hinweis zum Schluss

Da mir dieses Werk aufgrund seiner Entstehungsgeschichte und der besonderen Farbtiefe sehr am Herzen liegt, möchte ich sicherstellen, dass es unbeschadet sein neues Zuhause erreicht. Um die Brillanz der vielen feinen Farbschichten und Details zu schützen, ist es für den normalen Postversand nicht geeignet.

Wie das Bild zu dir kommt: Am liebsten ist mir ein persönlicher Kontakt. Du kannst das Bild gerne direkt bei mir abholen, oder wir vereinbaren eine persönliche Übergabe und Lieferung nach individueller Absprache. So können wir sicher sein, dass alles heil ankommt.

Wheal Coates: Monument des Zinnbergbaus

Wheal Coates: Monument des Zinnbergbaus

Wheal Coates: Monument des Zinnbergbaus an der Nordküste Cornwalls

Es gibt Orte, die lassen einen nicht mehr los. Für mich ist das Cornwall. Jedes Jahr zieht es uns in diese Grafschaft, zu den aufgeschlossenen Menschen und dieser rauen, fesselnden Landschaft. Mein neues Bild „Wheal Coates – Monument des Zinnbergbaus“ ist eine Reise zurück in den letzten Sommer und gleichzeitig eine Verarbeitung der Nachrichten vom Anfang dieses Jahres.

Die Ruinen der Wheal Coates Mine an der Nordküste von Cornwall. Das gemauerte Maschinenhaus steht auf den grünen Klippen vor dem weiten Atlantik unter einem sommerlichen Himmel.
Zwischen Historie und Emotion – Mein Blick auf Wheal Coates

Von der Mine auf die Leinwand

Alles begann mit einer Führung in der Levant Mine. Tief unter Tage bekamen wir einen Einblick in die harte Arbeit der Bergleute und lernten nebenbei, warum das Cornish Pasty diesen typischen dicken Rand hat. Auf dem Rückweg nach Penzance sahen wir es dann in der Ferne bei St. Agnes: das markante Maschinengebäude der Wheal Coates Tin Mine.

Wheal Coates ist eine ehemalige Zinnmine an der Nordküste von Cornwall, gelegen auf den markanten Klippen zwischen Porthtowan und St. Agnes. Heute wird das Areal vom National Trust gepflegt und zählt zu den meistfotografierten Industriedenkmälern der Region.

Ein Blick in die Geschichte:

  • Anfänge: Erste Aufzeichnungen reichen bis ins Jahr 1692 zurück. Der reguläre Betrieb startete 1802.

  • Herausforderungen: Da die Stollen weit unter den Meeresboden reichten, waren Überflutungen das größte Problem, bis dampfbetriebene Maschinen zur Entwässerung eingesetzt wurden.

  • Blütezeit & Ende: Auf dem Höhepunkt waren etwa 140 Personen beschäftigt. 1914 wurde der Betrieb aufgrund schwankender Zinnpreise endgültig eingestellt.

Anfang Januar 2026 trafen uns die Nachrichten aus England dann sehr hart. Heftige Stürme fegten über Cornwall und Devon hinweg und richteten schwere Schäden an Orten an, die wir gerade erst besucht hatten. Diese Betroffenheit wollte ich auf die Leinwand bringen. Mein Himmel im Bild lässt zwei Deutungen offen: Ist es die Ruhe vor dem Sturm oder der Moment danach, wenn die Wolken abziehen?

Architektur als Motiv

Die heute sichtbaren Ruinen stammen überwiegend aus den 1870er Jahren. Das bekannteste Gebäude, das ich auch in meinem Bild verewigt habe, ist das Towanroath Pumping Engine House (1872). Es steht direkt am Klippenrand und diente dazu, Wasser aus dem 180 Meter tiefen Schacht zu pumpen. Weitere Strukturen wie die Whim Engine Houses und der Kalzinierofen (errichtet 1910–1913) sind heute stumme Zeugen der industriellen Revolution. Seit 1988 stehen sie als Grade II unter Denkmalschutz.

Der Prozess: Schichten und Verblenden

Bevor die erste Farbe floss, stand die Vorbereitung an. Da ich hochwertige Rahmen nicht gerne entsorge, habe ich eine alte Leinwand recycelt. Nach dem Entstauben und einem vorsichtigen Anschliff habe ich die Ränder mit Malerkrepp abgeklebt.

Um die Farben fast wie bei Bob Ross verblenden zu können, nutzte ich einen Trick:

  1. Grundierung: Großzügiger Auftrag von Marabu-Trocknungsverzögerer mit einem Haushaltsschwamm. Das hält die Acrylfarbe „offen“.

  2. Der Himmel: Mit Rundpinseln habe ich Töne wie Prussian Blue, Cerulean Blue, Crimson und Opera Rose wechselweise aufgetupft.

  3. Die Verblendung: Erst mit einem breiten Flachpinsel grob verblenden, dann mit einem weicheren Pinsel in alle Richtungen nacharbeiten.

Ein Moment der Befreiung

Dieses Bild zu malen, war eine intensive Erfahrung. Gegen Ende der Schaffensphase fühlte ich mich förmlich „ausgesaugt“. Es ist ein seltsames, aber befreiendes Gefühl, das ich früher nur aus Zeiten kannte, in denen mich die Depression fest im Griff hatte.

Obwohl ich heute frei davon bin, war die emotionale Entladung beim Malen von Wheal Coates fast identisch: Als das letzte Detail saß, fühlte ich mich leichter. Es ist, als ob die schweren Sturmwolken nicht nur auf dem Bild, sondern auch in mir abgezogen wären.


Ein Hinweis zum Schluss

Da mir dieses Werk aufgrund seiner Entstehungsgeschichte und der besonderen Farbtiefe sehr am Herzen liegt, möchte ich sicherstellen, dass es unbeschadet sein neues Zuhause erreicht. Um die Brillanz der vielen feinen Farbschichten und Details zu schützen, ist es für den normalen Postversand nicht geeignet.

Wie das Bild zu dir kommt: Am liebsten ist mir ein persönlicher Kontakt. Du kannst das Bild gerne direkt bei mir abholen, oder wir vereinbaren eine persönliche Übergabe und Lieferung nach individueller Absprache. So können wir sicher sein, dass alles heil ankommt.

 

Verwendete Materialien

Kategorie Details
Hilfsmittel Marabu Trocknungsverzögerer (Retarder), Haushaltschwamm
Farben (Himmel) Prussian Blue, Cerulean Blue, Crimson, Opera Rose, Pale Yellow, Lemon Yellow, Titanium White
Farben (Landschaft) Hookers Green, Permanent Green light, Crimson, Burgunder, Pale Yellow, Olive Green
Farben (Gebäude) Mars Black, Paynes Grey, Titanium White
Pinsel-Auswahl Rundpinsel, Flachpinsel, Katzenzunge (Filbert), Fine Liner, Long Liner, Borstenfächerpinsel
 
Lighthouse & Ocean Waves: Ein Leuchtturm trotzt der Kraft der Elemente und den gewaltigen Wellen der stürmischen See.

Sturmnacht: Wenn das Licht standhält

Lighthouse & Ocean Waves – Die Kraft der Elemente

Die Vorbereitung der Leinwand war diesmal etwas anders als bei meinen letzten Werken. Gestern übermalte ich sie zunächst mit Mars Black, Phthalo Blue und Titanium White, sodass ein tiefdunkler Grünton entstand.

Heute klebte ich – wie so oft – Malerkrepp um die Ränder, um am Ende einen sauberen Rahmen zu erhalten. Anders als sonst verzichtete ich auf das Gesso von Winsor & Newton und begann direkt mit dem Auftragen des Trocknungsverzögerers von Marabu. Diesen verteilte ich zunächst mit einem diamantförmigesPalettenmesser und arbeitete ihn anschließend mit einem leicht feuchten Haushaltsschwamm gleichmäßig ein.

Der Himmel und die Nebelwand

In etwa 15 cm Höhe klebte ich erneut Malerkrepp, um den Horizont festzulegen, und begann dann mit der Gestaltung des Himmels. Die verwendeten Farben waren Indigo, Deep Turquoise, Deep Violet, Cadmium Red (HUE) und Titanium White. Wie bei meinen anderen Bildern tupfte ich die Farben abwechselnd mit einem Rundpinsel auf die Leinwand. Mit einem breiten, flachen Fächerpinsel schuf ich die erste Verblendung – von oben nach unten und von links nach rechts.

Im zweiten Schritt nahm ich einen deutlich weicheren Flachpinsel für die finale, sanfte Ausarbeitung des Himmels. Da der Trocknungsverzögerer noch feucht war, half ich mit einem Föhn vorsichtig nach – nur so weit, dass ich mit dem Horizont weiterarbeiten konnte. Für den Nebel am Horizont verwendete ich kleine, mittlere und große Borsten-Rundpinsel und tupfte Titanium White über die Horizontlinie in den Himmel, sodass eine dichte Nebelwand entstand.

Acrylbild Lighthouse & Ocean Waves: Ein Leuchtturm trotzt der Kraft der Elemente und den gewaltigen Wellen der stürmischen See.
Zwischen tosender Brandung und innerer Stille – ein Werk über die Kraft des Standhaltens.

Leuchtturm und die Herausforderung der Wellen

Den Umriss des Leuchtturms zeichnete ich mit einem Palettenmesser und Mars Black vor, ebenso den Sockel, der später teilweise hinter den Wellen verschwindet. Mit einer mittleren Katzenzunge (Filbert) füllte ich Leuchtturm und Sockel aus und tupfte anschließend mit demselben Pinsel die angedeuteten Steine ein. Für das Licht des Leuchtturms nutzte ich eine kleine Katzenzunge, Matt Medium und Titanium White.

Der schwierigste Teil begann nun: die Wellen. Zwar hatte ich zuvor schon Wellen angedeutet, doch so groß und so nah hatte ich sie noch nie gemalt. Die Sorge war da, dass man jede Unsicherheit sieht. Für die Wellen verwendete ich Phthalo Blue, Viridian Green (HUE), Prussian Blue, Mars Black, Deep Turquoise und Titanium White. Mit einem großen Rundpinsel tupfte ich die Farben dezent auf und verblendete sie mit einem mittleren Flachpinsel. Im finalen Schritt setzte ich mit einem kleinen Borsten-Rundpinsel die Schaumkronen.

Inspiration und ein persönlicher Sieg

Die Idee zu diesem Bild entstand im vergangenen Sommer bei einem Kurztrip von Penzance nach St. Mary’s. Als wir Land’s End passierten und am Longship Lighthouse das Meer gegen Felsen brandete, versank Cornwall hinter uns in dichtem Nebel. Im Herbst besuchten wir außerdem Hartland Quay in Devon – der Sprühregen bildete einen feinen Nebel, der langsam über die Steilküste zum Meer kroch. Es fehlten nur noch die Flugsaurier.

Und das Schönste daran: Meine dunkle Zeit – die Depression – hat mit der erzeugten Stimmung im Bild nichts zu tun. Seit gut einem Jahr ist sie nur noch selten mein Gast; sie lässt zwischendurch die Hände von mir.


Ein Hinweis zum Erwerb: Dieses Werk wird nicht versendet. Du kannst es direkt bei mir persönlich abholen. Solltest du in Braunschweig wohnen, bringe ich es dir nach Absprache auch gerne direkt nach Hause vorbei.

Nahaufnahme Detail Silent Roar – Verbindung zwischen Junge und Panther am Abgrund

Silent Roar – Das stille Gebrüll der Befreiung

Silent Roar – Wenn das Schweigen der Depression eine Stimme findet

Es gibt Momente im Leben, da fehlen die Worte. Wenn die Dunkelheit der Depression so schwer wiegt, dass jedes gesprochene Wort im Hals stecken bleibt. „Silent Roar“ entstand im Jahr 2023, genau an der Schwelle: Die Welt erwachte langsam aus der Covid-Pandemie, und ich stand kurz vor dem Abschluss meiner Behandlung.

Eine Schwarz-Weiß-Acrylmalerei zeigt die Silhouette eines Jungen, der an einem Abgrund sitzt, bewacht von der Silhouette eines Panthers im Hintergrund vor einem grauen Horizont.
Silent Roar (2023): Ein Moment des Innehaltens am Abgrund – bewacht von innerer Stärke und dem Rückhalt meiner Liebsten.

Am Abgrund, aber nicht allein

Das Motiv zeigt einen Jungen, der mit baumelnden Beinen über einem Abgrund sitzt. In jener Zeit war ich dieser Junge. Gefangen in einer Krankheit, die sich anfühlte, als ginge es nicht voran, sondern stetig abwärts in die Tiefe.

Doch hinter mir, im Schatten des Abgrunds, sitzt der Wächter. In meiner Gedankenwelt hat dieser Panther eine Doppelbedeutung:

  1. Mein Seelentier: Die unsichtbare Kraft, die immer an meiner Seite war.

  2. Meine Frau: Sie war meine „Löwenmutter“. Sie stand hinter mir, als ich nicht wusste, wie es weitergeht. Sie führte mich, wenn die Depression mich im Griff hatte, und passte auf mich auf, bis ich meine eigene Sprache wiederfand.

Die Rückkehr der Farben und des Lichts

Durch die Malerei konnte ich mich mitteilen, als Reden nicht mehr möglich war. Ich habe mich Schicht für Schicht zurück in eine Welt voller Farben und Licht gekämpft. „Silent Roar“ ist das Zeugnis dieses Sieges. Auch wenn die Dunkelheit manchmal noch kurz aufblitzt, um mich zur Achtsamkeit zu mahnen – sie beherrscht mich nicht mehr.

Technische Umsetzung & Hilfsmittel

Um die Stille und die Tiefe des Abgrunds einzufangen, habe ich mich auf das Wesentliche konzentriert:

  • Format: 40×50 cm (Querformat) auf hochwertiger Winsor & Newton Leinwand.

  • Farben: Mars Black und Titanium White (Winsor & Newton).

  • Besonderheit: Der Einsatz von Matt Medium war entscheidend, um die sanften Verblendungen im Hintergrund und die Tiefe des Abgrunds fließend und ruhig zu gestalten.

  • Werkzeuge: Mittlerer Flachpinsel für die Verläufe, kleine Katzenzunge (Filbert) für die Silhouetten und ein feiner Long Liner für die präzisen Konturen. Ein kleiner Borsten-Rundpinsel gab dem Felsrand seine Struktur.


Mein Fazit & künstlerische Einordnung

„Silent Roar“ ist für mich weit mehr als ein Spiel mit Kontrasten; es ist die visuelle Bewältigung einer Grenzerfahrung. Künstlerisch besticht das Werk durch seine bewusste Reduktion. Der Verzicht auf Farbe lenkt den Blick unmittelbar auf die existenzielle Spannung zwischen der Zerbrechlichkeit des Jungen und der schützenden Präsenz des Panthers.

Die Komposition nutzt das Licht im Hintergrund nicht nur als gestalterisches Element, sondern als Symbol für die Hoffnung, die jenseits des Abgrunds wartet. Es zeigt, dass wahre Stärke oft in den leisen, fast unsichtbaren Details liegt – ein stilles Gebrüll, das keine Lautstärke braucht, um gehört zu werden. Dieses Bild bleibt für mich unverkäuflich, da es ein tiefes Stück meines eigenen Wesens verkörpert.

Ein Gedanke für euch: Vielleicht kennt ihr selbst Momente, in denen die Welt grau erscheint und die Worte fehlen. Ich hoffe, dieses Bild zeigt euch, dass man auch am Rand des Abgrunds nicht allein sein muss und dass es sich lohnt, Schritt für Schritt zurück ins Licht zu finden. Danke, dass ihr mich auf diesem Teil meiner Reise begleitet.


Details zum Werk:

  • Titel: Silent Roar (Stilles Gebrüll)

  • Entstehungsjahr: 2023

  • Status: Privatbesitz / Unverkäuflich

  • Hinweis für Sammler: Aufgrund der persönlichen Bedeutung bleibt dieses Werk Teil meiner privaten Sammlung im Atelier.

Acrylgemälde eines schwarzen Panthers im Profil auf 50x70 cm Leinwand; symbolische Darstellung der inneren Stärke und des Sieges über die Depression.

Mein Seelentier: Der stille Kämpfer im Schatten

Ein Sieg über die Dunkelheit

Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte oder Therapiestunden. Dieses Werk wurde im Februar 2022 fertiggestellt und markiert einen Wendepunkt in meinem Leben. Es ist für mich weit mehr als nur Acryl auf Leinwand – es ist ein Fenster in eine Zeit, in der ich ein Gefangener meiner selbst war.

Der Moment der Erkenntnis

In einer Phase, in der die Depression mein ständiger Begleiter war, stellte mir meine Therapeutin eine entscheidende Frage: „Mit welchem Tier würdest du dich identifizieren?“

Meine Antwort kam ohne Zögern: Ein Panther. Stark, furchtlos, elegant – und doch verborgen im Schatten. Dieses Bild zeigt mein Seelentier genau in diesem Zustand der Gefangenschaft, aus dem ich damals nach Jahren der Dunkelheit versuchte, einen Ausweg zu finden.

„Der schwarze Panther – Mein Seelentier und Symbol für den Sieg über die Dunkelheit.“
„Acrylgemälde eines schwarzen Panthers im Profil als Symbol für den Sieg über die Depression.“

Symbolik zwischen Licht und Schatten

Das tiefe Schwarz des Panthers verschmilzt fast mit der Dunkelheit, so wie man sich in einer Depression oft unsichtbar und verloren fühlt. Doch ein Detail bleibt wachsam: Das Auge. Es steht für den Kern meines Wesens, der auch in den schwersten Momenten nie ganz erloschen ist.

Technische Umsetzung & Hilfsmittel

Das Werk entstand im Format 50×70 cm (Hochformat) auf Leinwand. Um diese spezielle, fast greifbare Stimmung zu erzeugen, habe ich gezielt folgende Mittel eingesetzt:

  • Farben: Für den Himmel nutzte ich eine Mischung aus Titanium White und Payne’s Grey, um eine kühle, distanzierte Atmosphäre zu schaffen. Der Panther und der Baumstamm wurden mit kraftvollem Mars Black sowie Akzenten in Titanium White und Payne’s Grey ausgearbeitet.

  • Werkzeuge: Ein großer Flachpinsel für die Flächen, ein mittlerer Katzenzungenpinsel (Filbert-Pinsel) für die Strukturen des Baums und ein feiner Long Liner, mit dem ich die fast lebendigen Schnurrhaare und den Lichtreflex im Auge gesetzt habe.

Ein Symbol des Sieges

Heute hängt dieses Bild an meiner Wand – nicht als Mahnung an den Schmerz, sondern als Symbol für meinen persönlichen Sieg. Ich habe den Kampf gegen meinen größten Widersacher für mich entscheiden können. Der Panther ist nicht mehr gefangen; er ist heute ein Ausdruck meiner wiedergewonnenen Stärke.

„Dieses Werk ist eines von nur zwei Bildern, die sich direkt mit meiner Depression beschäftigen. Es erinnert mich jeden Tag daran, dass man aus dem tiefsten Schatten wieder ins Licht treten kann.“


Mein persönliches Fazit zur künstlerischen Wirkung

Künstlerisch betrachtet besticht der „Schwarze Panther“ durch seinen radikalen Minimalismus. Die Entscheidung, das Tier fast vollständig im tiefen Mars Black verschwinden zu lassen, lenkt den Fokus unmittelbar auf das Wesentliche: die Wachsamkeit im Auge und die filigranen Schnurrhaare. Der Kontrast zwischen der groben Struktur der Baumrinde und dem glatten, schattenhaften Fell verleiht dem Bild eine enorme Tiefe. Es strahlt eine Ruhe aus, die jedoch eine latente, kraftvolle Energie in sich trägt – ein modernes, grafisch starkes Werk, das zeigt, wie aus Reduktion maximale Emotion entstehen kann.


Details zum Werk

  • Titel: Schwarzer Panther im Baum

  • Format: 50×70 cm (Hochformat)

  • Status: Unverkäuflich. (Teil der privaten Sammlung)

Waldgeister: Von der Vernichtung zur Vision

Wenn Wälder Geschichten flüstern – Die Rettung der „Waldgeister“

Manchmal braucht Kunst einen zweiten Anlauf, um ihre wahre Seele zu offenbaren. Die Geschichte dieses Bildes beginnt in der Galerie ARTmen in Abbenrode, im Landkreis Wolfenbüttel. Dort lernte ich die Arbeit einer Gruppe von Fotokünstlern kennen (Die Licht-Bildner) – Angelika Souluk, Matthias Grimm, Friedrich Brüggeboss und Hans-Joachim (Hanjo) Biehs. Sie fangen die melancholische Schönheit von Lost Places in unserer Region ein.

Hanjo Biehs überließ mir eine seiner Fotoleinwände: eine herbstliche Waldszene aus dem Woltorfer Forst. Eigentlich wollte er das Werk vernichten, doch ich sah etwas darin, das noch nicht erzählt war. Mit seiner ausdrücklichen Zustimmung als Urheber begann für mich eine Reise des Suchens.

Der Moment des Flows Es dauerte Tage, bis ich den Zugang fand. Doch dann, beeinflusst von den Eindrücken einer Reise durch Süd-England und dem Besuch der Burgruine „Bodiam Castle“ in Kent, war die Idee plötzlich da. Ich wollte die Geister der Vergangenheit sichtbar machen.

Ein kleiner Impuls für euch: Schaut euch das Bild einen Moment an und stellt euch diesen Waldweg einmal ganz ohne den Hirschen und das Mädchen vor. Seht ihr die Stille des leeren Pfades? Genau so sah das Originalfoto aus, bevor die Geschichte in meinem Kopf begann.

Die Umsetzung Ich wollte zeigen, was früher dort gewesen sein könnte. Ich habe diese Begegnung schemenhaft in Weiß in die Fotografie hineingemalt – wie flüchtige Erinnerungen, die verblassen, aber dennoch präsent sind. Einzig zwei kleine Farbtupfer in dezentem Quinacridon Magenta setzen Akzente: ein Schmetterling auf der Hand des Mädchens und die Schleife an ihrem Kleid. Es ist eine Hommage an die Zeit, als die Wälder noch unberührte Urwälder waren.

"Künstlerische Fotoleinwand von kreativ-mit-acryl: Ein herbstlicher Waldweg im Sophiental, in den schemenhaft ein weißer Hirsch und ein kniendes Mädchen gemalt wurden. Magenta Akzente durch einen Schmetterling und eine Schleife."
„Waldgeister (2019) – Eine künstlerische Symbiose: Wo Fotografie auf Acryl trifft und Verborgenes sichtbar macht.“

Als Hanjo Biehs das fertige Werk sah, sagte er einen Satz, der mir bis heute im Gedächtnis geblieben ist: „So könnte es gewesen sein.“

Ein ungeschliffener Diamant Obwohl das Bild bereits 2019 fertiggestellt wurde, hat es bisher noch keine Ausstellungshalle von innen gesehen. Als Quereinsteiger ohne großen Namen ist es oft schwer, Gehör zu finden, da die Maßstäbe der Kunstwelt oft starr und schwer nachvollziehbar wirken. Doch dieses Bild wartet geduldig auf seinen Moment.


💡 Mein Fazit

Kunst sollte nicht an Titeln oder Lebensläufen gemessen werden, sondern an der Geschichte, die sie erzählt, und dem Gefühl, das sie auslöst. Die „Waldgeister“ sind für mich der Beweis, dass Upcycling mehr ist als nur Wiederverwertung – es ist die Rettung einer Seele. Es zeigt, dass Kooperation zwischen Künstlern (Fotografie trifft Malerei) etwas völlig Neues erschaffen kann, das stärker ist als das Original allein.

Wichtiger Hinweis: Dieses Werk ist ein Unikat. Ein Versand ist nicht möglich – nur Abholung oder persönliche Lieferung durch mich.

Acrylmalerei Mohnblumenfeld - Carsten Gebhardt - Mein Weg zurück ins Leben

Wie die Acrylmalerei meine Sprache wurde

Mein Weg zurück ins Licht;

Willkommen in meiner Welt – Ich bin Carsten.
Es gibt Momente im Leben, da verliert man die Sprache. Man verstummt innerlich. Und dann gibt es Momente, in denen man eine völlig neue Stimme findet – eine, die nicht aus Worten besteht, sondern aus Farbe.

Wenn das Leben einen Plan hatte
Wer mich früher in meiner Heimat Braunschweig erlebt hat, kannte mich als einen Mann, der Ordnung und Logik schätzte. Ich habe es geliebt, Dinge mit den Händen zu erschaffen, die eine klare Struktur hatten. Mein Märklin Metallbaukasten, Lego oder Ministeck – das war meine Welt. Dort gab es für alles eine Anleitung, und am Ende passte jedes Teil exakt an seinen Platz.

Dass ich jemals ohne Plan vor einer weißen Leinwand stehen und dort meine Seele ausschütten würde, hätte ich damals für völlig unmöglich gehalten. Kreativität war für mich etwas Technisches, nichts Emotionales.

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Als die Stille alles verschlang
Mein Leben war lange Zeit einfach nur gut. Seit 1990 geht meine Frau mit mir durch dick und dünn, 2002 haben wir unser „Ja“ besiegelt. Wir waren glücklich. Doch am 2. Dezember 2010 blieb die Welt für mich stehen. Ein drastischer Einschnitt riss mir den Boden unter den Füßen weg. Ich erkrankte schwer, und was folgte, war eine dunkle, tiefe Depression. Eine Spirale, die mich immer tiefer zog, bis kaum noch Licht zu sehen war.

„Maus, fang an zu malen.“
In dieser Zeit, als ich selbst keine Hoffnung mehr hatte, sah meine Frau etwas in mir, das ich längst verloren glaubte. Sie gab mir einen Pinsel und sagte diesen einen Satz, der alles veränderte: „Maus, fang an zu malen – das könnte dir helfen.“ Ganz ehrlich? Im ersten Moment dachte ich: „Jetzt spinnt sie völlig. Als ob ich das könnte… als ob das irgendwas ändert.“ Aber sie hatte recht. Sie hatte so unendlich recht.

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Mein Weg zurück ins Licht
Seit 2017 ist die Kunst mein Anker. Meine Bilder sind kein Hobby, sie sind meine Art zu überleben und das Erlebte zu verarbeiten. Wenn du meine Galerie besuchst, siehst du meine Reise zurück ins Leben:

Meine Anfänge: In diesen Werken gab es kein Licht. Es war der Versuch, die bleierne Schwere und die Stille greifbar zu machen, für die ich keine Worte hatte. Ein Spiegel meiner Seele . Mein Heute: Wenn die Farben zurückkehren. Diese Bilder sind meine Antwort auf die Dunkelheit. Jeder Pinselstrich ist ein Ja zum Leben und ein Sieg über die Schatten. So sieht meine Welt heute aus.“

Bild 1: Die Ruine an der Steilküste „Am Abgrund der Stille. Dieses Bild entstand, als ich das Gefühl hatte, nur noch aus Ruinen zu bestehen. Der Sturm am Horizont war mein ständiger Begleiter, und der Boden unter mir schien jeden Moment wegzubrechen.“

Bild 1:  Die Spiegelung im stillen Wasser „Klarheit und neue Tiefe. Die getupften Indigo- und Grüntöne zeigen mir, wie vielschichtig das Leben wieder geworden ist. Im ruhigen Wasser spiegelt sich nicht mehr die Angst, sondern die Schönheit der Welt. Es ist der Moment, in dem die Seele endlich wieder zur Ruhe kommt und die Wellen des Lebens sanft auslaufen.“

Bild 2: Die Person im roten Regenmantel „Einsam in der Regenwand. Das Rot des Mantels war der letzte Rest von mir, der noch sichtbar war. Alles andere verschwamm in einer Welt aus Wasser und Kälte. Ein Leben hinter einem Vorhang aus Tränen und Regen.“

Bild 2: Das Mohnblumenfeld unter dem Morgenhimmel „Das Erwachen der Farben. Das tiefe Rot, das in der Dunkelheit nur als kleiner Regenmantel Schutz bot, hat sich nun ein ganzes Feld erobert. Die Bäume stehen wie eine schützende Umarmung um diesen neuen Morgen, während der Himmel in sanftem Rosa und Gelb den Anbruch einer neuen Zeit verkündet.“

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Die Malerei hat mir geholfen, die dunkle Spirale zu verlassen. Heute blitzt die Depression nur noch ganz selten kurz auf, aber sie hat keine Macht mehr über mich. Ich genieße jeden Augenblick mit meiner Frau, unseren drei Katzen und unseren wunderbaren Freunden.

Von der Therapie zur Leidenschaft
Dass aus diesem privaten Überlebenskampf etwas entstanden ist, das anderen gefällt, grenzt für mich an ein Wunder. Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich meine Bilder einmal ausstellen würde, dass Menschen sie kaufen und ich eine kleine Fangemeinde habe, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Heute hängen meine Werke – ob auf Leinwand oder Stein – in ganz Deutschland, an den Grenzen zu Österreich und der Schweiz und sogar in kleinen B&Bs in Großbritannien.
Mein Herzenswunsch: Ich erzähle dir das alles so offen, weil ich dir Mut machen möchte. Wenn du dich gerade selbst in einer dunklen Phase befindest: Gib nicht auf. Such dir deinen „Pinsel“ – egal, was es ist. Es gibt einen Weg heraus.

 

Möchtest du eines meiner Werke in dein Zuhause holen? Schau gerne in meiner Galerie vorbei – viele Bilder können direkt in Braunschweig abgeholt oder sicher versendet werden.“

 

Danke, dass du Teil meiner Reise bei Kreativ-mit-Acryl bist.

Tall Winter Grass

Tall Winter Grass

Winterstille am See: Mein neues Werk „Tall Winter Grass“

In den vergangenen Tagen hat der Winter bei uns endlich richtig Einzug gehalten. Mit den Schneewehen, der klirrenden Kälte und den zugefrorenen Gewässern kam auch die Inspiration für mein neuestes Bild zu mir.

Ein Ort, der Kraft gibt

Wer mich kennt, weiß: Neben der Malerei bin ich seit 1998 leidenschaftlicher Angler. Das Ufer ist mein Rückzugsort. Schon lange vor meiner schweren Erkrankung und den dunklen Zeiten der Depression zog es mich ans Wasser. Heute genieße ich diese Momente mehr denn je – wenn ich mit meiner Frau am Ufer sitze, wir die Stille genießen und nur das ferne Zwitschern der Vögel hören. Man ist allein mit der Natur, und das gibt mir unendlich viel Kraft.

Dieses Bild zeigt genau diesen Ausblick: Den Schilfgürtel, der uns umgab und bis weit in das gefrorene Wasser hineinreichte.

Acrylgemälde von Carsten: Winterliches Schilf am gefrorenen See mit weichen Spiegelungen auf dem Eis und einem farbintensiven Abendhimmel.
„Ein Moment voller Stille: Das frostige Schilf am See, gemalt mit dem Fächerpinsel. In diesem Bild habe ich die Kraft und Ruhe festgehalten, die mir die Natur im Winter gibt.“

Die Entstehung: Schritt für Schritt auf der Leinwand

Für dieses Projekt habe ich eine 40×50 cm Leinwand von Liquitex im Querformat gewählt. Wie gewohnt habe ich den Rand mit Malerkrepp abgeklebt, um nach Abschluss der Arbeit einen sauberen, weißen Rahmen zu erhalten.

Grundierung und Vorbereitung

Zuerst trug ich mit dem Palettenmesser den Trocknungsverzögerer von Marabu auf und verteilte ihn mit der weichen Seite eines Haushaltsschwamms. Darauf folgte das weiße Gesso von Winsor & Newton. Anders als sonst habe ich die lange Offenzeit des Verzögerers voll ausgenutzt und sofort nass-in-nass mit dem Malen begonnen.

Himmel und Atmosphäre

Für den Himmel verwendete ich die Acrylfarben von Winsor & Newton in den Tönen: Prussian Blue, Vermillion, Cadmium Orange (HUE), Crimson und Lemon Yellow.

  • Technik: Erst mit einem großen Rundpinsel getupft, dann mit einem harten Borsten-Flachpinsel in beide Richtungen verwischt. Ein schmaler Verblender-Pinsel sorgte für den letzten Schliff.

Wald, Eis und Spiegelungen

  • Der Wald: Getupft mit Naturschwamm und Borstenpinsel (Mars Black, Burnt Sienna, Yellow Ochre). Die Baumstämme habe ich mit dem Malmesser und Titanium White angedeutet.

  • Das Eis: Da der See zugefroren ist, habe ich die Umrisse mit einem weichen Verblender-Pinsel ganz leicht und schwunghaft nach unten gezogen, um die Spiegelung auf dem Eis zu kreieren.

Das „Tall Grass“ im Detail

Das Schilf entstand mit dem Fächerpinsel und schnellen Halbkreisbewegungen aus dem Handgelenk. Den Schneeüberzug habe ich mit drei verschiedenen Long-Linern und Titanium White direkt in die noch feuchte Farbe gesetzt. Hierbei habe ich die verzögerte Trocknung voll ausgenutzt, um die frostige Struktur des Grases lebendig wirken zu lassen.


Projektdetails im Überblick

  • Künstler: Carsten Gebhardt

  • Titel: Tall Winter Grass

  • Format: 40×50 cm (Querformat)

  • Material: Acrylfarben, Gesso und Medium von Winsor & Newton

  • Besonderheit: Handgemaltes Unikat auf Liquitex-Leinwand.

  • Versand/Übergabe: Nur Abholung oder persönliche Lieferung nach Absprache.


Mein Fazit

Dieses Bild bedeutet mir viel, weil es die Ruhe einfängt, die mir in schweren Zeiten geholfen hat. Es zeigt mir, dass man auch aus der tiefsten Kälte und Stille etwas Wunderschönes und Kraftvolles erschaffen kann. „Tall Winter Grass“ ist für mich ein Stück meiner eigenen Geschichte auf Leinwand.

Acryl-Himmel: Mein Weg zum „Bob Ross Effekt“

Viele Bewunderer der Nass-in-Nass-Technik stehen vor dem gleichen Problem: Bob Ross malte mit Ölfarben, die extrem lange offen bleiben. Für uns Acrylmaler trocknet die Farbe oft viel zu schnell. Um trotzdem diesen weichen, nebeligen Effekt zu erzielen, habe ich eine Methode entwickelt, die zwei Welten verbindet.

Die Vorbereitung: Das Fundament für den Verlauf

Der wichtigste Schritt passiert, noch bevor die erste Farbe auf die Leinwand kommt. Damit die Acrylfarben überhaupt gleiten können, bereite ich den Untergrund in zwei präzisen Schritten vor:

  1. Der Retarder-Auftrag: Zuerst trage ich einen Trocknungsverzögerer von Marabu mit einem diamantförmigen Paletten Messer auf die Leinwand auf. Hierfür könnt ihr natürlich auch jedes andere Malmesser verwenden – wichtig ist nur, dass es schmal genug ist, damit es problemlos durch die Öffnung in den Topf des Trocknungsverzögerers passt. Um eine absolut gleichmäßige Schicht zu erhalten, verteile ich das Medium anschließend mit der weichen Seite eines leicht feuchten Haushaltsschwamms über die gesamte Fläche. Das ist die Basis, damit wir später genug Zeit zum Verblenden haben.

  2. Die Gesso-Basis: Direkt im Anschluss arbeite ich das Gesso (White) von Winsor & Newton mit einem mittelgroßen Flachpinsel ein. Diese Kombination hält die Oberfläche offen und ist der entscheidende Faktor, um später im Himmel diesen leuchtenden Wolkeneffekt zu erzielen.

Damit meine Farbmischung (Prussian Blue, Winsor Blue, Violett etc.) über Stunden geschmeidig bleibt, nutze ich eine Stay-Wet-Palette, ausgelegt mit zwei nassen Küchentüchern und Butterbrotpapier.

Mein Tipp für Selbermacher: Es muss nicht sofort die teure Profi-Palette sein. Du kannst ganz einfach eine Alternative aus Dingen basteln, die ihr vielleicht schon zu Hause habt – zum Beispiel ein ausrangiertes Plastiktablett oder ein rechteckiger Deckel von einer Aufbewahrungsbox. Wichtig ist nur, dass das Gefäß einen erhöhten Rand hat, damit die Feuchtigkeit der Tücher gut gehalten wird und nichts austrocknet oder überläuft.

Schritt 1: Der Farbauftrag & Wolken-Effekt

Mit einem großen Rundpinsel trage ich die Farben abwechselnd tupfend auf die Leinwand auf, bis knapp über die Hälfte. Hier zeigt sich die Stärke des weißen Gesso: Es mischt sich direkt auf der Leinwand mit den feuchten Farben und lässt die hellen Partien des Himmels sowie die Wolkenstrukturen weich und natürlich hervortreten.

Schritt 2: Das erste Verblenden

Jetzt nehme ich einen mittelgroßen, weichen Borsten-Flachpinsel. Ich wische die Farben in einer fließenden Bewegung von links nach rechts nach oben hin aus. Danach wiederhole ich das Ganze in umgekehrter Folge nach unten, um die Übergänge zu glätten.

Schritt 3: Das finale Finish

Um den typischen, fast nebelartigen Look zu erreichen, kommt ein sehr weicher, großer Flachpinsel zum Einsatz. Mit ganz leichtem Druck verblende ich die Farben ein zweites Mal. Das nimmt die letzten Pinselspuren heraus und sorgt für die nötige Tiefe. Da die Kombination aus Marabu-Verzögerer und Gesso die Trocknung stark verlangsamt, lasse ich das Ergebnis zwei Tage durchtrocknen, bevor ich mit den weiteren Details fortfahre. 

Hier siehst du das Ergebnis dieser Technik:

„Himmel-Farbverlauf mit Acrylfarben in Nass-in-Nass-Technik, erstellt mit Marabu Retarder und Winsor & Newton Gesso von kreativ-mit-acryl.“

Mein Tipp für Eilige (mit Warnhinweis!): Wer nicht so lange warten möchte, kann die Trocknung mit einem Föhn beschleunigen. Aber hier ist absolute Vorsicht geboten: Geht niemals zu nah mit dem Föhn an die nasse Leinwand heran! Dafür gibt es zwei wichtige Gründe:

  1. Zerstörung des Bildes: Die starke Hitze und der Luftzug können eure bisherige Arbeit unwiderruflich zerstören (Risse oder Blasen in der Farbschicht).

  2. Brandgefahr: Selbst auf kleiner Stufe besteht die Gefahr, dass die Leinwand Feuer fängt. Acrylfarben und die Baumwolle der Leinwand sind brennbar.

Haltet also immer einen Sicherheitsabstand und nutzt den Föhn nur mit Bedacht!

Fazit: Traut euch an den Himmel!

Die Nass-in-Nass-Technik mit Acryl braucht am Anfang ein wenig Fingerspitzengefühl und die richtige Vorbereitung, aber das Ergebnis spricht für sich. Mit der Kombination aus Verzögerer und Gesso nehmt ihr dem Acryl die Eile und gewinnt die kreative Freiheit zurück, die man sonst nur von der Ölmalerei kennt.

Lass dich nicht entmutigen, wenn der erste Verlauf noch nicht perfekt ist – jeder Pinselstrich lehrt dich mehr über das Zusammenspiel der Materialien. Jetzt bist du dran! Hast du diese Technik schon einmal ausprobiert oder hast du Fragen zu den einzelnen Schritten? Schreib es mir gerne in die Kommentare. Ich freue mich riesig, wenn du deine eigenen Himmel-Ergebnisse mit mir teilst – vielleicht sogar direkt hier unter diesem Beitrag oder auf Social Media!

Viel Freude beim Ausprobieren und bleibt kreativ!

Stonehenge: Eine Aura aus Stein und Gänsehaut

– Mein Weg zur Nass-in-Nass-Technik

Es gibt Orte, die eine Geschichte flüstern, die man nicht mit den Ohren, sondern mit dem Herzen hört. Für meine Frau und mich ist Stonehenge so ein Ort. Seit unserem ersten Urlaub in Südengland im Jahr 2019 zieht es uns magisch dorthin zurück. Sogar während der Pandemie ließen wir es uns nicht nehmen, diesen geschichtsträchtigen Boden zu besuchen. Es ist eine Tradition geworden: Wann immer wir in unseren Sommerurlaub nach Cornwall aufbrechen, legen wir bei Stonehenge eine Rast ein. Es ist der Moment, in dem der Alltag abfällt und der Urlaub beginnt.

Diesen Ort umgibt eine „Aura“, die man kaum beschreiben kann. Ich sehe es jedes Mal bei meiner Frau: Sobald wir den Steinkreis besuchen oder auch nur daran vorbeifahren, bekommt sie eine spürbare Gänsehaut. Auch ich spüre diese Energie, diese tiefe Verbundenheit mit der Vergangenheit, auch wenn es bei mir vielleicht nicht ganz so intensiv ist wie bei ihr. Dieses Gefühl – diese Mischung aus Ehrfurcht und Ruhe – wollte ich nun endlich auf die Leinwand bringen.

"Acrylmalerei von Stonehenge bei dramatischem Himmel, gemalt in Nass-in-Nass-Technik auf Leinwand von kreativ-mit-acryl."
Mein Stonehenge – Mit Acrylfarben die mystische Aura eines besonderen Ortes eingefangen.

Die Vorbereitung: Das Fundament für die Ewigkeit

Bevor ich mit dem eigentlichen Malen begann, widmete ich der Leinwand meine volle Aufmerksamkeit. Ich wollte einen sauberen, professionellen Look, also klebte ich zuerst die vier Ränder akribisch mit Malerkrepp ab, um einen weißen Rahmen zu schaffen.

Um die besondere Technik umzusetzen, brauchte ich eine Arbeitsfläche, die nicht sofort trocknet. Ich trug einen Trocknungsverzögerer von Marabu mit einem Spachtel auf und verteilte ihn mit der weichen Seite eines leicht feuchten Haushaltsschwamms gleichmäßig über die gesamte Leinwand. Erst danach folgte das Gesso (White) von Winsor & Newton, das ich mit einem Flachpinsel einarbeitete. Diese Schichtung war die Basis für alles, was folgte.

Die Herausforderung: Bob Ross’ Erbe in Acryl

Mein Vorbild für den Himmel war die berühmte Nass-in-Nass-Technik von Bob Ross. Da er jedoch mit Öl malte, musste ich mir für meine Acrylfarben eine eigene Alternative suchen, um diesen weichen, nebeligen Effekt zu erzielen.

Auf meiner Stay-Wet-Palette von Daler-Rowney, die ich mit zwei nassen Küchentüchern und Butterbrotpapier präpariert hatte (damit die Farben über Stunden feucht bleiben), mischte ich meine Auswahl von Winsor & Newton:

  • Prussian Blue, Winsor Blue und Winsor Violet für die Tiefe des Himmels.

  • Burnt Sienna, Payne’s Grey, Titanium White und Mars Black für die dramatischen Wolkenstrukturen.

Mit einem großen Rundpinsel tupfte ich diese Farben abwechselnd bis knapp über die Hälfte der Leinwand auf. Dann kam die Feinarbeit: Zuerst nutzte ich einen mittelgroßen, weichen Borsten-Flachpinsel und wischte die Farben von links nach rechts nach oben, dann in umgekehrter Folge wieder nach unten, um sie sanft ineinander zu verblenden. Zum krönenden Abschluss nahm ich einen sehr weichen, großen Flachpinsel und verblendete das Ganze ein zweites Mal. Erst als dieser perfekte, weiche Übergang erreicht war, ließ ich das Bild zwei Tage lang vollständig durchtrocknen.

Den Steinkreis zum Leben erwecken

Die monumentalen Steine habe ich zunächst auf Transferpapier gezeichnet und dann präzise auf die Leinwand übertragen. Für die Umsetzung der Details wählte ich ganz spezifische Werkzeuge:

  • Der Wald: Für die Bäume am Horizont mischte ich Mars Black und Hooker’s Green. Aufgetragen habe ich sie mit einem sehr feinen, kleinen Borsten-Rundpinsel, um die Struktur der Baumkronen einzufangen.

  • Der Nebelschleier: Unterhalb der Wälder wollte ich eine geheimnisvolle Tiefe erzeugen. Dafür nutzte ich Payne’s Grey und Parchment (Liquitex). Mit einem Rundpinsel und einem kleinen, weichen Fächerpinsel arbeitete ich dabei Matt-Medium ein, um diesen zarten, schleierhaften Effekt zu erzielen.

  • Der Steinkreis: Die Steine selbst erhielten ihre Textur durch Mars Black, Payne’s Grey, ein wenig Burnt Sienna und Matt-Medium.

Die Landschaft von Südengland

Für den Untergrund und die weiten Wiesen Englands griff ich tief in den Farbtopf: Hooker’s Green, Sap Green, Permanent Light Green und Olive Green. Den Weg, der an den Steinen vorbeiführt, deutete ich mit Raw Sienna und einer Nuance aus Payne’s Grey und Titanium White an.

Um die Wiese so lebendig wie möglich zu gestalten, setzte ich einen Borsten-Fächerpinsel ein. Mit einem kleinen, weichen Fächerpinsel tupfte ich schließlich Akzente in Cadmium Red (HUE) und Permanent Alizarin Crimson ein – kleine Farbtupfer, die das satte Grün aufbrechen.

Mein Anspruch an Qualität

Für mich als Künstler hinter kreativ-mit-acryl steht die Qualität an erster Stelle. Deshalb verwende ich bevorzugt die Farben von Winsor & Newton. Die Pigmentierung ist deutlich hochwertiger und intensiver als beispielsweise bei Zena Color, was man besonders bei den feinen Nuancen dieses Bildes sieht.

Dieses Werk ist für mich mehr als Technik – es ist die Gänsehaut meiner Frau, unsere gemeinsame Reisezeit und die Magie eines Ortes, der seit Jahrtausenden die Zeit überdauert.